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PTC-Zertifizierungstraining · Abschnitt 02
Nachtfahrten und Schlechtwetter
Nachtsicht, nasse Straßen, Schnee und Eis sowie Unfallmeldung für Berufsfahrer.
Nasreddin Hodscha — ein Volksweiser aus dem Anatolien des 13. Jahrhunderts, der die Regeln des Lebens durch Witz und Schlagfertigkeit in dauerhafte Lektionen verwandelte. Till Eulenspiegel in Deutschland, Birbal in Indien, der Narr Iwan in Russland — alle tragen dieselbe Tradition. Die Geschichten wechseln, die Lektion bleibt.
An einem Abend fuhr der Meister einen Fahrgast quer durch die Stadt. Der Mann — wie immer in Eile — starrte unablässig auf den Tacho. „Sie fahren zu langsam", sagte er schließlich. Der Meister blickte ins Dunkel: „Bei Tag sehe ich fünfzig Meter weit. Gerade zwanzig — aber dreißig könnte ich brauchen." Er ließ den Blick am Straßenrand entlangwandern: Ein Radfahrer am Ende des Lichtkegels? Nein. Er ließ zwei Fahrzeuglängen mehr Abstand zum Vorausfahrenden. „Wenn ich müde wäre", sagte er, „oder getrunken hätte, würde ich erst gar nicht ans Steuer setzen."
Das Fahren bei Nacht ist jene Art von Gefahr, die man unterschätzt — bis der entscheidende Moment kommt.
Nachtfahrt — Risiken und Gegenmaßnahmen
Auf der Rückfahrt begann es zu regnen. Der Meister fasste das Lenkrad mit beiden Händen. Nachdem er eine tiefe Pfütze durchquert hatte, trat er auf einer freien Geraden dreimal kurz auf die Bremse. Der Fahrgast runzelte die Stirn: „Die Straße ist frei — warum bremsen Sie?" „Ich prüfe, ob meine Bremsen noch funktionieren", antwortete der Meister. „Wasser ist ein tückischer Freund: Es wartet, bis man es am nötigsten braucht, um zu melden, dass die Bremsen ausgefallen sind." Die Sonne stand tief und fiel ihm direkt in die Augen. Er klappte die Sonnenblende herunter und griff zum Sonnenbrillenetui in der Türablage. „Die liegt immer dort", erklärte er dem Fahrgast. „Die Novembersonne blendet genauso."
Nasse Fahrbahn und Blendung sind zwei verschiedene Probleme mit einer gemeinsamen Antwort: langsamer werden, vorausdenken, anpassen.
Schwierige Bedingungen — Nasse Straße und Blendung
Im Februar zeigte dieselbe Straße ein völlig anderes Gesicht. Feucht anzusehen, aber die Reifen glitten darunter — Glatteis. Der Meister begann weit vor der Kreuzung, auf einer geraden Strecke, zu bremsen. „Die Ampel ist noch grün", sagte der Fahrgast. „Bremsen brauchen eine gerade Strecke zum Arbeiten", antwortete der Meister. In der Kurve drehte er das Lenkrad mit einer einzigen, gleichmäßigen Bewegung — keine abrupte Korrektur, kein ruckartiger Einschlag. Ein Minibus eine Straße weiter begann auf dem Eis wegzurutschen. Der Meister nahm den Fuß vom Gas — nicht von der Bremse — schaute auf die freie Lücke, wohin er wollte, und lenkte dorthin. Der Minibus fing sich. Der Meister fuhr vorbei. „Schau immer dahin, wo du hinwillst", murmelte er leise.
Schnee und Eis erfordern ein ganz anderes Verhältnis zu Geschwindigkeit, Abstand und Lenkung.
Schnee und Eis — Kontrolle und Wintervorbereitung
- Reifen und Reifendruck prüfen — Kälte lässt den Druck rasch absinken.
- Alle Beleuchtungen kontrollieren: Scheinwerfer, Rücklichter, Bremslichter, Blinker und Warnblinkanlage.
- Scheibenwischblätter prüfen, Wischwasserbehälter gefüllt halten.
- Kraftstofftank mindestens halbvoll halten — verhindert Feuchtigkeit im Kraftstoffsystem und erhöht das Fahrzeuggewicht.
- Eiskratzer und Notfallausrüstung mitführen: Lebensmittel, Wasser, Decke, Verbandskasten, Starthilfekabel, Schaufel, Taschenlampe, Warndreiecke, Traktionsmatte.
In jener Woche fuhr ihm an einer roten Ampel ein Lieferwagen leicht in die Stoßstange. Wenig Schaden, niemand verletzt. Der andere Fahrer hielt sein Handy hin: „Kleinigkeit — wir tauschen die Nummern und gut ist's." Der Meister stieg mit seinem Notizbuch aus. „Führerschein, Versicherung, Kennzeichen, Marke, Modell, Farbe. Unfallort." Er hob den Blick. „Und dann treffen wir uns im Unfallmeldecentrum." Der andere Fahrer blinzelte. Der Meister zuckte mit den Achseln: „So ist das Gesetz. Die haben heute bis einundzwanzig Uhr geöffnet. Meine Versicherung möchte kein Handy-Foto, sondern ein offizielles Protokoll — und das Gesetz verlangt es."
Das Ziel ist immer, den Unfall zu vermeiden. Aber wenn er passiert, schützen vier Schritte alle Beteiligten.
Unfallmeldung — Schritt für Schritt
CRC Ost — 39 Howden Road, Scarborough · 416-808-4960
Nur Radfahrer und Fußgänger — 9 Hanna Ave. · 1-833-413-0498
Öffnungszeiten: Mo–Fr 09:00–21:00 · Sa–So 11:00–19:00