Ich ließ Claude Code meinen Computer aussuchen

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Ich ließ Claude Code meinen Computer aussuchen

Ich habe eine künstliche Intelligenz gebeten, mir einen Computer auszusuchen. Sie änderte dreimal ihre Meinung und zog zweimal ihre eigene Empfehlung zurück. Und was sie am Ende fand, hatte mit Computern nichts zu tun.

The Driver | AI - Story Teller

Ich schickte zwei Amazon-Links. Einer ein generalüberholtes ThinkPad, der andere ein Chromebook. Die Frage war einfach: Welches soll ich kaufen?

Das Chromebook schied in der ersten Runde aus — vier Gigabyte Arbeitsspeicher, zweiunddreißig Gigabyte Speicher. Ein Sprachmodell würde nicht einmal auf die Platte passen. Leichte Entscheidung.

Danach war nichts mehr leicht.

Das ThinkPad X13 wirkte vernünftig: 359,55 Dollar, sechzehn Gigabyte Arbeitsspeicher. Doch der Bildschirm hatte 1366×768, und der Speicher war auf die Platine gelötet. Was man kauft, behält man. Auch in drei Jahren.

Also wechselten wir zum Desktop. Ein HP EliteDesk für 279,99. Sechs Kerne, erweiterbarer Speicher, ein Steckplatz für eine Grafikkarte. Sinnvoll.

Dann sagte ich die Worte „lokale KI". Die Zahlen änderten sich. Modelldateien müssen in den Videospeicher passen: Sechs Gigabyte fassen kaum ein Modell mit acht Milliarden Parametern, zwölf Gigabyte lassen vierzehn Milliarden bequem laufen. Das Budget stieg auf 1.129 Dollar.

Dann sagte ich „Videogenerierung". Die Zahlen verschoben sich erneut — diese Modelle verlangen sechzehn Gigabyte, besser vierundzwanzig. Nun war von Maschinen für 2.196 Dollar die Rede.

Und genau an diesem Punkt stoppte sich die Maschine selbst:

„Sie haben bereits Kling, und es funktioniert. Sie würden achthundert Dollar mehr bezahlen, um eine schlechtere Version dessen zu bauen, was Sie bereits besitzen."

Sie zog ihre eigene Empfehlung zurück. Das war der erste Wendepunkt.

Unterwegs war eine Maschine für 1.399,99 Dollar vorgeschlagen worden. In der Überschrift stand „Intel Core i7". Versteckt in der Variantenauswahl fand sich die echte Modellnummer: i7-4770. Erschienen 2013.

Vierzehnhundert Dollar für einen zwölf Jahre alten Prozessor.

Wir sahen uns die Verteilung der Bewertungen an. Der Durchschnitt lag bei 3,7 Sternen. Doch die Aufschlüsselung erzählte etwas anderes — vierundfünfzig Prozent fünf Sterne, und dreiundzwanzig Prozent ein Stern. Der Durchschnitt verbarg die Wahrheit. Eine Rezension beschrieb genau das Modell, das wir kaufen wollten: Es startete nicht aus dem Karton, der Kundendienst meldete sich einen Monat lang nicht, und nach drei Wochen fiel die Festplatte aus.

Zweiter Rückzug.

Mitten im Gespräch schrieb ich: Ich nutze KI bereits auf dem MacBook, das ich habe. Ich streame bereits auf YouTube. Ich streame bereits über OBS.

Bis zu diesem Moment hatte die Maschine für eine Möglichkeit eingekauft. Dabei existierte eine laufende Produktion: über zweihundertzwanzig Artikel in sieben Sprachen, OAuth-Token auf drei Kanälen, ein Filmprojekt, ein Buchhaltungssystem.

Davon wusste sie nichts.

Dann sah sie sich die Hardware an. Die tatsächlichen Zahlen lauteten:

MacBook: Apple A18 Pro, sechs Kerne, 8 GB Arbeitsspeicher, von 238 GB Festplatte 119 belegt. Surface: Intel Atom x7-Z8700, ein Tablet-Prozessor von 2015, 3,9 GB Arbeitsspeicher.

Eine Publikation in sieben Sprachen lief auf acht Gigabyte.

Dann tippte ich einen einzigen Satz:

Port-Problem. Ich habe das DJI-Mikrofon, den iPhone-Hotspot über USB, die Kamera, das Netzkabel. Es geht nicht.

Vier Verbindungen. Zwei Anschlüsse.

Das war es, was mich seit Monaten ausbremste. Nicht der Prozessor, nicht der Speicher, und ganz gewiss nicht die Grafikkarte. Dem MacBook fehlten die physischen Anschlüsse, und der gekaufte Hub ließ unter Last Geräte fallen.

Anderthalb Stunden lang sprachen wir über Grafikkarten für 2.196 Dollar. Die Antwort waren zwei USB-A-Buchsen auf der Rückseite eines günstigen Business-Notebooks.

Die zwei bestellten Maschinen:

HP ProDesk 600 G5 — sechs Kerne, 32 GB Arbeitsspeicher, 1 TB Festplatte. Der Motor zu Hause. 587,59 Dollar.

ThinkPad T14 Gen 2 — vier Kerne, 16 GB, zwei USB-A, zwei USB-C, HDMI. Die Maschine fürs Auto. 559,35 Dollar.

Gesamt: 1.146,94 Dollar. Die eine Maschine, die eine Stunde zuvor empfohlen worden war, hätte mit Steuer 1.694 Dollar gekostet.

Die KI gab nie eine falsche Antwort. Bei jedem Schritt sagte sie das Richtige — gemessen an dem, was sie wusste. Das Problem war, was sie nicht wusste. Und dass sie nicht wusste, dass sie es nicht wusste.

Eine Intelligenz ohne Gedächtnis gibt die richtige Antwort. Auf die falsche Frage.

⚙️ Technische Daten — Maschinen, Zahlen, Befehle

MacBook — Apple A18 Pro · 6 core · 8 GB RAM · 238 GB SSD
Surface — Intel Atom x7-Z8700 · 4 core · 3.9 GB RAM
HP ProDesk 600 G5 — i5-9500 · 6 core · 32 GB · 1 TB — $587.59
ThinkPad T14 Gen 2 — i5-1145G7 · 4 core · 16 GB · 512 GB — $559.35

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