Was Menschen zum Unglauben und was zum Glauben führt

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Was Menschen zum Unglauben und was zum Glauben führt

M. Fethullah Gülen · Manisa, 14. Februar 1975 · Erste Predigt der Reihe „Beweise der göttlichen Einheit (Tawhid)“

„Was ich nicht mit eigenen Augen sehe, glaube ich nicht.“ Dieser Satz wird heute mit derselben Selbstsicherheit gesagt wie schon 1975. Bevor Hocaefendi zu den Beweisen der göttlichen Einheit übergeht, bereitet er in dieser Predigt den Boden: Was entfernt den Menschen vom Glauben, und was führt ihn zum Glauben?

Dieser Beitrag folgt dem Video oben Abschnitt für Abschnitt. Die Darstellung richtet sich an alle; Vergleiche, Begriffe und Quellen stehen in aufklappbaren Kästen.

I — Das Universum erzählt von Ihm

Gott erschuf das Universum, damit es von Ihm erzählt

Gott bedarf weder der Engel noch des Menschen noch des Universums. Sein Wort, Seine Macht, Sein Wissen, Sein Hören und Sein Sehen sind aus Ihm Selbst. Dennoch hat Er uns erschaffen: um Sich mit unseren Augen zu sehen und zu zeigen und Sich durch unsere Ohren hören zu lassen. Er gab uns Bewusstsein, damit wir Ihn erkennen und zu Ihm gelangen.

Das Universum, der Koran und die Propheten erzählen von Ihm; alles spricht von Ihm wie liebliche Musik in einer Symphonie. Findet das gesprochene Wort im Herzen keinen Widerhall, prallt es zurück, als wäre es auf Stein getroffen.

📖 📊 Aus dem Video: Gott erschuf das Universum, damit es von Ihm erzählt
Gott schuf das Universum, damit es von Ihm erzähltUnd uns, damit wir Ihn verstehen und von Ihm erzählenEr ist auf nichts angewiesenWeder auf Engel noch Fisch, weder Mensch noch UniversumRedeMachtWissenSam‘ (Hören)Basar (Sehen)Durch Sein Wesen unbedürftig, unbedürftig der WeltenDennoch hat Er uns erschaffenUm mit unseren Augen Sich zu sehenund Sich zu zeigenUm mit unseren OhrenSich uns hörbar zu machenEr gab Bewusstsein:damit wir Ihn kennen und zu Ihm gelangenGott, der Bedürfnislose, lässt von Sich sprechen:Durchs UniversumDurch den KoranDurch Wort und Wesen der ProphetenAlles erzählt von Ihm wie die süße Musik einer Symphonie.Findet das Wort im Herzen keinen Widerhall, prallt es zurück wie von Stein;dann lebten wir wie Blinde und Taube und stürben so.

II — „Was ich nicht sehe, glaube ich nicht“

Die Logik der Unlogik

Für Hocaefendi gibt es zwischen dem Ungläubigen von gestern und dem von heute im Grundsatz keinen Unterschied: Was das Auge sieht, die Hand greift und das Ohr hört, wird angenommen, alles andere verworfen. Schon vor Jesus sagten Epikur und Demokrit dasselbe. Das wirkt in gewisser Hinsicht logisch, ist aber die Logik der Unlogik.

Denn vieles, an dessen Existenz wir glauben, sehen wir nie. Wir nehmen es mit unserem Verstand an, der das Gesehene zusammensetzt.

📖 Was wir annehmen, ohne es zu sehen
GravitationsgesetzEs verbindet die Himmelskörper; es selbst ist unsichtbar, und doch sagen wir: „Es existiert.“
AmerikaDie meisten von uns nehmen seine Existenz an, ohne es je mit eigenen Augen gesehen zu haben.
ZentrifugalkraftDas Gesetz, nach dem Körper voneinander fliehen; die Alten nannten es „ani'l-merkez“.
MagnetEisen zieht Eisen an; doch was da anzieht, wissen wir nicht.
AtomElektron und Neutron sehen wir nicht, und doch glauben wir an die Existenz des Atoms.
📖 📊 Aus dem Video: Die Logik der Unlogik
Der Maßstab aller Leugner: der Bereich der SinneWas die Sinne erfassen, annehmen; das Übrige ablehnenDer Ungläubige von gestern und von heute unterscheiden sich im Kern nicht.Was ich mit meinen Augen sehe,nehme ich an.Wenn ich es mit der Hand greifenehme ich an.Wenn ich es mit dem Ohr hörenehme ich an.Über Jahrhunderte zurück: 2000–3000 JahreJesusEpikur341–270 v. Chr.Demokrit460–370 v. Chr.Die Gottesleugner dieses ZeitaltersDas Eigentliche fließt aus dem Unglauben im Herzen.Wer Unglauben im Herzen trägt, spricht überall auf der Welt dasselbe aus.Denn es geht darum, dem Unglauben Stimme zu geben.
Woran wir glauben, ohne es zu sehenVieles liegt außerhalb unseres Willens und VermögensGravitationsgesetzEs verbindet die Himmelskörper.Weder Spur noch Frucht sieht man;doch sagen wir: „Es existiert.“…wir reden davon, als läge es im Labor.AmerikaWir nehmen es an, ohne es miteigenen Augen zu sehen.ZentrifugalkraftDas Gesetz, nach dem Körper voneinanderfliehen; die Alten sagten „ani'l-merkez“.Auch sie nehmen wir an, ohne sie zu sehen.MagnetEisen zieht Eisen an, Körper ziehtKörper an. Doch was ist das Anziehende?Das können wir nicht wissen.Berechnungen beschreiben nur den Sachverhalt; sie lösen die Frage nicht.

III — Die Aufgabe des Verstandes

Die Sinne sammeln das Material, der Verstand wird zum Schiedsrichter

Der Verstand kann die großen Fragen der Menschheit nicht allein lösen; doch er ist ein Werkzeug. Das Auge sieht, das Ohr hört; der Verstand wertet dies aus und gelangt zu einem Urteil. Wenn die Bedeutungen im Universum, im Antlitz, im Wort und in der Stimme des Menschen in die Hand des Verstandes gelangen, geht er mit dem Urteil hervor: „Der dies erschaffen hat, ist Gott.“

Sinne, Logik und Verstand sind Werkzeuge. Wer nicht weiß, wozu was dient, kann sie nicht am rechten Ort gebrauchen und gerät von einer Sophisterei in die nächste.

📖 📊 Aus dem Video: Die Sinne sammeln das Material, der Verstand wird zum Schiedsrichter
Die Aufgabe des VerstandesDer Verstand kann die großen Fragen der Menschheit nicht allein lösen;doch er ist ein Werkzeug: Aus Beobachtung leitet er Gesetze ab.Was die Sinne einbringenDas Auge siehtDas Ohr hörtDie Sinne fühlenVERSTANDwird Schiedsrichterzur WahrheitUniversumMenschAntlitz des MenschenWortStimmeWir sagen dem Verstand: Bewerte diesDer dies erschaffen hat,ist Gott.Der Materialist lehnt ab, was er nicht sieht;Die rationalen und zwingenden Beweisesehen wir Schritt für Schritt in den nächsten Lektionen.

IV — „Ich konnte Gott nicht sehen“

Der russische Kosmonaut und der Lehrer im Klassenzimmer

Der russische Kosmonaut, der die Erde umrundet hatte, verkündete der ganzen Welt: „Ich bin Gott nicht begegnet“ – als ob Gott, der das Universum in Seiner Hand hält, sich irgendwo um die Erde herum befände. Hocaefendi gibt darauf drei Antworten.

Dieselbe Logik wird im Klassenzimmer aufgebaut: „Seht ihr mich, die Tafel, den Stift? Ja. Weil es sie gibt. Seht ihr Gott? Nein. Also gibt es Ihn nicht.“ Tritt man dieser Sophisterei nicht mit der Logik des Korans und des Gesandten Gottes entgegen, werden unsere Kinder dieselben Worte weiter in Schule, Radio und Fernsehen zu hören bekommen.

📖 Warum ist Gott unsichtbar?
1Gott ist unsichtbar, weil Er Gott ist: Wer das ganze Universum in Seiner Hand hält, ist nicht an einem Ort.
2Gott ist keine Materie; Er ist weder Substanz noch Akzidens, Er ist anders als alles, was uns in den Sinn kommt.
3Das menschliche Sehen ist begrenzt; Hocaefendi sagt, wir sähen nur sechs Promille des Sichtbaren. Wer nicht tausend von tausend sieht, kann nicht sagen: „Ich sehe Gott nicht.“
📖 Quellenhinweis: Wer sagte „Ich habe Gott nicht gesehen“?

Der Satz in der Predigt geht auf eine 1975 weit verbreitete Erzählung zurück, die meist Juri Gagarin zugeschrieben wird. Die Prüfung der Quellen ergibt folgendes Bild:

  • Belegt: German Titow, der zweite sowjetische Kosmonaut, sagte am 6. Mai 1962 auf einer Pressekonferenz der Weltausstellung in Seattle, er habe im All „weder Engel noch Gott“ gesehen. Bericht: Seattle Post-Intelligencer, 7. Mai 1962, S. 1. (HistoryLink)
  • Die Antwort: Am 10. Mai 1962 erwiderte der amerikanische Astronaut John Glenn in Seattle, der Gott, an den er glaube, sei nicht so klein, dass man Ihn im Weltraum sehen könne. (HistoryLink)
  • Chruschtschow zugeschrieben: Der Satz „Gagarin flog ins All und sah keinen Gott“ soll vom sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow auf einer Parteisitzung zur antireligiösen Propaganda gefallen sein. Das beruht auf der Erinnerung von Oberst Walentin Petrow, einem engen Freund Gagarins; ein Protokoll oder Datum der Sitzung wurde nicht gefunden. (Pravmir, Sedmitza, Kommersant)
  • Spuren in der Propaganda: 1961 berichtete die Zeitschrift Ogonjok von einem Transparent „Es gibt keinen Gott, es gibt Gagarin“; das im selben Jahr unter Gagarins Namen erschienene Buch „Der Weg in den Kosmos“ enthielt eine ähnliche Anekdote. (Kommersant)
  • Gagarin selbst: Es gibt keinen Beleg, dass er dies sagte; ihm Nahestehende berichten, dass er getauft war. (Foma)

Der Kerngedanke der Predigt – dass etwas nicht mit den Augen zu sehen kein Beweis für sein Nichtsein ist – bleibt von dieser Zuschreibung unberührt. Die Geschichte zeigt vielmehr, wie dieser Trugschluss in der Staatspropaganda genutzt wurde.

📖 📊 Aus dem Video: Der russische Kosmonaut und der Lehrer im Klassenzimmer
Warum ist Gott unsichtbar?1Er ist unsichtbar, weil Er Gott ist.Gott ist unsichtbar, weil Er Gott ist.Denn Er hält das ganze Universum unterSeiner Herrschaft und Verfügung.Gottes ReichEure WeltNicht einmal ein Milliardstel derAtome eures Körpers.Er sitze auf einem Stuhl irgendwo auf dem Globus –so etwas sich vorzustellen…ist eine Sophisterei aus der Zeit des Götzendienstes.Er hält dieses geordnete Universum in Seiner Hand;also ist Er nicht an einem Ort.
Warum ist Gott unsichtbar?2Gott ist keine Materie.Wer sagte, Er sei Materie, dass du Ihn sehen willst?Erhaben über die MaterieKeine SubstanzKein AkzidensAnders als alles, was uns in den Sinn kommt.3Das menschliche Sehen ist begrenzt.sichtbar: 6 ‰← InfrarotUltraviolett →994 ‰ des Sichtbaren sieht der Mensch nicht.Wer tausend von tausend sähe, dessen „Ich sehe Gott nicht“ hätte Gewicht.Bei sechs Promille ist diese Behauptung eine furchtbare Lüge gegen Gott.
Der Lehrer im KlassenzimmerIhr habt es erlebt und werdet es noch oft erlebenLehrerSeht ihr mich?Seht ihr die Tafel?Seht ihr den Stuhl?Den Stift in meiner Hand?„Wir sehen sie.“„Warum seht ihr sie?“„Weil es sie gibt.“„Seht ihr Gott?“„Nein.“„Warum seht ihr Ihn nicht?“„Also gibt es Ihn nicht.“

V — Der Weg der Rettung

Das Universum wie ein Buch lesen

Der Ausweg aus dieser Unlogik besteht darin, das uns geschenkte Dasein, das Erkenntnisvermögen und das wie ein Tisch vor uns ausgebreitete Universum wie die Seiten eines Buches umzublättern, die Werke Gottes festzustellen und durch den Schiedsspruch der Logik zu dem Urteil „Gott existiert“ zu gelangen. Dies soll man zuerst zu Hause Frau und Kindern erklären und dann, wie Bienen im Volk umherschwärmend, verbreiten.

Hocaefendis Befund ist klar: Nicht Wissen, Denken, Verstand oder Logik führen zum Unglauben. Am Grund des Unglaubens liegen Unlogik, Nichtwissen, Unwissenheit und Unverstand – mag es auch an der Universität sein.

📖 📊 Aus dem Video: Das Universum wie ein Buch lesen
Der Ausweg aus dieser Unlogikdas uns geschenkte DaseinErkenntnisdie Welt, wie ein Tisch gedeckt1UmblätternDas Universum wie Buchseitenumblättern2FeststellenDie Werke Gottesfeststellen3UrteilenDurch den Schiedsspruch der Logik zumUrteil „Gott existiert“ gelangenErstes Prinzip, erste Aufgabe: dies zu Hause pflegenEs als Pflicht sehen, es den Kindernund der Ehefrau zu erklären.Im Volk wie Bienen umherschwärmen,diese Wahrheit zu verbreiten suchen.
Was zum Unglauben führtDer Grund des Unglaubens…ist nicht Wissenist nicht Denkenist nicht Verstandist nicht LogikAn der Wurzel des Unglaubens…UnlogikUnkenntnisUnwissenheitUnvernunft(selbst an der Universität)Faktoren, die in den Unglauben treiben1. Unwissenheit2. Begierde3. Hochmut und Starrköpfigkeit4. Unrecht5. Furcht

VI — Erster Faktor: Unwissenheit

Nicht wissen, dass man nicht weiß

Der Grund, warum sich eine Gemeinschaft von fünfhundert Millionen von Gott entfernt hat, ist Unwissenheit: den eigenen Koran nicht kennen, nicht wissen, was von Gott erzählt, den eigenen Propheten nicht kennen. Mit „sei, sei“ – „der Mensch sei am Rand des Wassers entstanden, dann sei er dies, dann jenes geworden“ – lässt sich die große Wahrheit nicht erklären.

Denen, die sagen: „Spräche Gott doch mit uns!“, erinnert der Koran daran, dass schon ihre Vorgänger dasselbe sagten: Ihre Herzen gleichen einander (Al-Baqara 2:118). Wer nicht weiß, dass der Strom im Kraftwerk entsteht, sucht ihn nur in Leitungen und Lampen und irrt sich. Sie kennen vom diesseitigen Leben nur das Äußere (Ar-Rum 30:7).

📖 Dreifache Unwissenheit
Cehl-i basitEinfache Unwissenheit: nicht wissen.
Cehl-i mürekkebZusammengesetzte Unwissenheit: auch nicht wissen, dass man nicht weiß.
Cehl-i mük'abSich obendrein für wissend halten: die dreifach potenzierte („hoch drei“) Unwissenheit.
📖 📊 Aus dem Video: Nicht wissen, dass man nicht weiß
Die tiefste UnwissenheitEr weiß nicht, weiß nicht, dass er nicht weiß, und hält sich für wissend.Dreifach potenzierte UnwissenheitNicht wissenNicht wissen, dass man nicht weißSich für wissend haltenCehl-i basitCehl-i mürekkebCehl-i mük'abWenn Gott Sich mit Stimmen offenbart, die das Universum erbeben lassen,davor die Augen zu schließen, ist gewiss Unwissenheit.
Wer das Fundament nicht kennt, irrtManche beugen sich vor dem Wissen der Leugner: „So gebildet – wie könnten sie irren?“Wer nicht beim Fundament ansetzt, kann irren.Staudamm · KraftwerkTrafoLeitungenLampeWer nur hier forscht, verfällt falschen Annahmen.Selbst ein Gelehrter blamiert sich, wenn er in der Mitte ansetzt.„Verbinde die Leitungen, und es werde Licht!“ – es wird nicht kommen.Es braucht ein Fundament.

VII — Zweiter Faktor: selbstsüchtige Begierde (Hawa)

Wer seine Begierde zu seinem Gott nimmt

Die Wünsche umschließen den Menschen ringsum: Begierden nach Kindern, Familie, Heimat und Zuhause häufen sich, und der Mensch wird zu einem „Denkmal der Begierden“. Wer diese Begierden nicht überwindet, bleibt auf der Strecke. Der Koran fragt: „Hast du den gesehen, der seine Begierde zu seinem Gott genommen hat?“ (Al-Furqan 25:43)

Ein solcher Mensch kann weder den Kopf heben und in das lächelnde Antlitz des Universums blicken noch in sich einkehren noch die Ereignisse deuten, um Gott zu sehen. Wie Pharao, der sagte: „Bau mir einen Turm, damit ich nach dem Gott Moses’ schaue“ (Ghafir 40:36-37), klammert sich auch der Mensch von heute unter der Last seiner Sünden an haltlose Beweise.

📖 📊 Aus dem Video: Wer seine Begierde zu seinem Gott nimmt
Begierde und die Abweichung, die sie zeugt1. Unwissenheit2. Begierde3. Hochmut und Starrköpfigkeit4. Unrecht5. FurchtDie Begierden des Ichs und die Abweichung (Inhiraf), die sie zeugenWenn die Begierde den Menschen beherrscht und sein Ich umschließtBegierde nach NachkommenBegierde nach FamilieBegierde nach KindernBegierde nach Heimatnach Heimein „Denkmal der Begierden“Da er diese Begierden nicht überwindet,bleibt er stecken und erreicht Gott nicht.Begierde erstickt den Menschen.كَلَّا بَلْ تُحِبُّونَ الْعَاجِلَةَ وَتَذَرُونَ الْآخِرَةَNein! Ihr liebt das Diesseitigeund lasst das Jenseits.Al-Qiyama 75:20-21
Pharaos TurmMit tausend Beweisen erklärt – der Abgeirrte wird nicht verstehenيَا هَامَانُ ابْنِ لِي صَرْحًا لَعَلِّي أَبْلُغُ الْأَسْبَابَ„O Haman! Bau mir einen hohen Turm;vielleicht erreiche ich die Wege.“Ghafir 40:36-37„Ich steige zum Himmel: Ist der Gott Moses’ dort? Ichhalte ihn für einen Lügner.“Genau wie GagarinEr tröstet sich mit Dingen jenseits aller Vernunft und Logik.Der Mensch von heute ging vom selben Punkt aus:viele Sündenversäumte PflichtenFlecken im Herzenschwer, vor Ihn zu tretenAbweichen mit absurden BeweisenGott bewahre uns davor, der Begierde unseres Ichs zu folgen.

VIII — Dritter Faktor: Hochmut und Starrköpfigkeit

Hochmut führt zum Unglauben, Starrköpfigkeit zum verschlossenen Herzen

Im Hadith qudsi verkündet Gott, dass die Erhabenheit Sein Gewand ist. Wenn sich ein anderer groß macht, betritt er einen falschen Weg. Satan wurde der Barmherzigkeit beraubt, weil er Adam verachtete und sich überhob (Al-Baqara 2:34). Jene, die sagten: „Wären doch Engel zu uns herabgesandt worden, sähen wir doch unseren Herrn!“, hatten sich in ihrem Inneren überhoben (Al-Furqan 25:21).

Eine weitere Krankheit, die der Hochmut gebiert, ist die Starrköpfigkeit. Der Starrköpfige sucht nach Wegen der Ablehnung, selbst wenn er logisch zustimmt: „Wir glauben dir nicht, bis du uns eine Quelle aus der Erde hervorsprudeln lässt“ (Al-Isra 17:90). Für Hocaefendi ist der Unglaube ein Tod im Leben des Menschen, und die furchtbare Krankheit, die diesen Tod hervorbringt, ist der Hochmut.

📖 📊 Aus dem Video: Hochmut führt zum Unglauben, Starrköpfigkeit zum verschlossenen Herzen
Hochmut: die Krankheit des Todes namens Unglaubeلَقَدِ اسْتَكْبَرُوا فِي أَنْفُسِهِمْ وَعَتَوْا عُتُوًّا كَبِيرًاWahrlich, sie waren hochmütig in sich und überschritten maßlos die Grenzen.Al-Furqan 25:21Ein schwindelerregender Übermut; eine Haltung der Menschenverachtung…HochmutKrankheitUnglaube: ein Tod• Der Tod der feinen Gefühle des Menschen• Hindert das schönste Geschöpf am Paradies• Hindert ihn, Gott zu sehenDie furchtbare Krankheit, die diesen Tod gebiert, ist Hochmut.
Die Krankheit aus dem Hochmut: StarrköpfigkeitIch zählte beide als einen Faktor: „Hochmut und Starrköpfigkeit“Der Starrköpfige findet sehr schwer zum Glauben.1Haben sich in seinem Kopffeste Urteile gebildet…2verschließt er sein Ohr jederWahrheit, die du sagst.3Selbst wenn er es logisch annimmt,sucht er Wege der Ablehnung.So war es zu allen Zeiten.وَقَالُوا لَنْ نُؤْمِنَ لَكَ حَتّٰى تَفْجُرَ لَنَا مِنَ الْأَرْضِ يَنْبُوعًا„Wir glauben dir nie, bis du uns eine Quelleaus der Erde sprudeln lässt“, sagten sie.Al-Isra 17:90-91lass Quellen aus der Erde sprudelngib Gärten mit Palmen und Rebenlass Bäche dazwischen strömen…sonst glauben wir dir nicht!

IX — Vierter Faktor: Unrecht (Zulm)

Die Grenzen gegenüber Gott und den Menschen überschreiten

Wer das Unrecht zu seinem Kennzeichen macht, wird, wenn nicht heute, so morgen des Lichts des Glaubens beraubt. Wer die Rechte Gottes verletzt und wer den Menschen Unrecht tut, wird Schritt für Schritt zum Unglauben gedrängt. Denen, die ungläubig sind und Unrecht tun, wird Gott nicht vergeben, und Er wird sie auf keinen anderen Weg leiten als den Weg zur Hölle (An-Nisa 4:168-169).

Die Kinder Israels, die sagten: „Zeig uns Gott“, traf wegen ihres Unrechts der Donnerschlag (An-Nisa 4:153). Wenn der Staat seinem Volk, das Volk sich selbst, seinen Nachkommen, seinen Kindern Unrecht tut, dann stehen die Donnerschläge, die über diesem Volk einschlagen werden, schon bereit.

📖 📊 Aus dem Video: Die Grenzen gegenüber Gott und den Menschen überschreiten
Jeder ist auf dem Weg zu seinem Ziel„Handelt; jeder ist auf dem Weg dorthin, wo er schließlich eingehen wird.“UnrechtHochmutKnechtschaft der BegierdeAchtlosigkeitUnwissenheit…ist auf dem Wegzur Hölle.Jeder lebt auf dem Weg zu seinem Ziel nach den Regeln dieses Weges.
Auf welcher Ebene Unrecht geschiehtStaatseinen Untertanen Unrecht tutRegierungsmitgliederseinen Untertanen Unrecht tutDas Staatsoberhauptdem Volk Unrecht tutVolksich selbst Unrecht tutVolkseinen Nachkommen Unrecht tutVolkseiner Familie Unrecht tutDann stehen Donnerschlägebereit, dieses Volk zu treffen.Gott treibt dieses Volk auch in den Unglauben.Die Familie nicht zu beachten und zu umsorgenist ebenfalls große Grenzüberschreitung.Lasst das Unrecht, kennt eure Grenzen;erbebt davor, göttliches Recht zu verletzen.

X — Fünfter Faktor: Furcht

Vor der Fliege fliehen und ins Maul der Schlange geraten

Grundlose Furcht hat viele aus der Religion getrieben und gezwungen, den Unglauben zu billigen. Wer fürchtet, sein Amt zu verlieren, macht dem Ungläubigen Zugeständnisse; auf der Flucht vor der Fliege gerät er ins Maul der Schlange, in den Schoß seines Ichs und Satans. Auch die Heuchler geben sich aus Furcht als Gläubige aus (At-Tauba 9:56).

Der Gläubige aber sagt, selbst wenn sich die ganze Welt gegen ihn sammelt: „Gott genügt uns, welch vortrefflicher Sachwalter ist Er“ (Al 'Imran 3:173). So antworteten auch die von Pharao bedrohten Zauberer: „Du kannst nur über dieses diesseitige Leben entscheiden“ (Ta-Ha 20:72).

📖 Die fünf Faktoren auf einen Blick
UnwissenheitDen Koran, den Propheten und das, was von Gott erzählt, nicht kennen; nicht einmal wissen, dass man nicht weiß.
Begierde (Hawa)Die Herrschaft der Wünsche über den Menschen und die Abweichung, die daraus entsteht.
Hochmut und StarrköpfigkeitSich überheben und trotz der Wahrheit nach Wegen der Ablehnung suchen.
UnrechtDie Grenzen überschreiten, indem man die Rechte Gottes und der Menschen verletzt.
FurchtNicht Gott fürchten, sondern den Verlust von Amt, Vermögen und Welt.
📖 📊 Aus dem Video: Vor der Fliege fliehen und ins Maul der Schlange geraten
Furcht: fürchten, wo es nicht nötig ist1. Unwissenheit2. Begierde3. Hochmut und Starrköpfigkeit4. Unrecht5. Furcht• Viele trieb die Furcht aus der Religion.• Viele zwang sie, den Unglauben zu dulden.• Viele gaben von ihrer Religion preis.• Aus Angst um das Amt machten sie dem Ungläubigen Zugeständnisse.floh vor der Fliegegeriet ins Maul der SchlangeAus Furcht vor einem Ungläubigen fiel erSatan ins Maul und dem Ich in den Schoß.أَعْدٰى عَدُوِّكَ نَفْسُكَ الَّتِي بَيْنَ جَنْبَيْكَDein ärgster Feind ist dein Ich zwischen deinen beiden Seiten.HadithSo manche Wahrheitopferte er…nur um in dieser Welt leben zu können.
Der furchtsame Heuchler, der furchtlose GläubigeHeuchlerوَيَحْلِفُونَ بِاللّٰهِ إِنَّهُمْ لَمِنْكُمْ وَمَا هُمْ مِنْكُمْSie schwören bei Gott, sie gehörten zu euch;doch das tun sie nicht. Sie sind furchtsameLeute.At-Tauba 9:56Nur aus Furcht zeigensie sich bei dir.Um weltlichen Vorteils willen stehen siein den Reihen des Gesandten Gottes.Gläubiger„Die ganze Welt hat sich gegen euch versammelt,sie schmieden Komplotte,sie werden euch vernichten; fürchtet euch!“Diese Drohungen stärkten nur ihren Glauben.حَسْبُنَا اللّٰهُ وَنِعْمَ الْوَكِيلُGott genügt uns; welch trefflicher Sachwalter ist Er.Al 'Imran 3:173Wer Gott seine Sache anvertraut,stützt sich auf festen Grund.

XI — Was zum Glauben führt

Verstand, Denken und Wissen

„Wenig Wissen macht den Menschen glaubenslos, viel Wissen bindet ihn an Gott.“ Halbes Wissen trifft ein Volk ins Herz, wie der Halbarzt das Leben nimmt. Was zum Glauben führt, sind Verstand, Denken und Wissen: Der Koran sagt, es gebe Zeichen für jene, „die Verstand haben“, „die nachdenken“ und „die wissen“ (Ar-Ra'd 13:3-4, Ar-Rum 30:22).

Der Zweck der Schöpfung ist, Gott zu erkennen. Wie eine Biene lässt sich der Gläubige auf dem Atom und dem Sonnensystem, auf den Sternen und dem Antlitz des Menschen nieder; von jedem kehrt er mit einer Blüte der Erkenntnis zurück und sagt: „Alles erzählt von Dir.“ So betrachtet kann der Islam niemals als Gegner von Wissenschaft und Nachdenken gesehen werden.

Der Zweck der Schöpfung ist, Gott zu erkennen.

📖 📊 Aus dem Video: Verstand, Denken und Wissen
Was zum Glauben führtVerstandDenkenWissenإِنَّ فِي ذٰلِكَ لَآيَاتٍ لِقَوْمٍ يَعْقِلُونَDarin sind Zeichen für Leute, die ihren Verstand gebrauchen.Ar-Ra'd 13:4Wie viel Lehre im Universum, das von Kopf bis Fuß Zeichen ist!AntlitzBau des AugesLage der Nasewohlbemessene Lage der OhrenEbenmaß des Körpers…doch für die, die ihren Verstand gebrauchen.Koran und Islam verweisen die Fragen an den Verstand:Der Verstand ist ein Faktor, der zu Gott führt.Wenn man ihn nur besteigt und das Gesehene mit ihm beurteilt.
Islam: Horizont des Glaubens, Weg der ErkenntnisQuelle der HoffnungQuelle des GlücksQuelle der SeelenruheEr führt zum Horizont des Glaubens an Gott;auf dem Weg schenkt er Erkenntnis in Bündeln.Denn der Gläubige forscht, denkt und sucht stets.die Welt der Atome≈eine kleine Miniaturdes SonnensystemsSonnensystemWellenIonisationen„Mein Gott, tausendfaches Lob sei Dir; alles erzählt von Dir!“

Begriffe

📖 Begriffe aus der Predigt

Âmil: Faktor, Ursache.

Muğalata: Sophisterei; auf Täuschung zielende, der Logik widersprechende Argumentation.

Mülhid: Gottesleugner, wer Gott verleugnet.

Hevâ (Hawa): Die Begierden des Ichs (Nafs), vergängliche Gelüste.

İnhiraf: Abweichung vom rechten Weg.

Kibriya: Größe, Erhabenheit; eine Eigenschaft, die allein Gott gehört.

Saika: Gewaltiger Laut und Feuer vom Himmel; Donnerschlag, Blitz.

Marifet (Ma'rifa): Gott kennen, Ihn erkennen.

Quellen

📖 Quellen der Predigt

Herkul.org: Tevhidin Etrafında (1975)

Tonaufnahme: Çınar Media (YouTube)

Koranverse: Al-Baqara 2:32, 2:34, 2:55, 2:61, 2:118 · Al 'Imran 3:14, 3:173 · An-Nisa 4:153, 4:168-169 · At-Tauba 9:56 · Yusuf 12:105 · Ar-Ra'd 13:3-4 · Al-Isra 17:90-91 · Ta-Ha 20:25-28, 20:71-72 · Al-Hadsch 22:8 · Al-Furqan 25:21, 25:43 · Ar-Rum 30:7, 30:22 · Ghafir (Al-Mu'min) 40:36-37, 40:44 · Al-Fath 48:11 · Al-Qiyama 75:20-21

📖 📝 Anmerkung des Herausgebers

Die erste der Glaubensgrundlagen ist der Glaube an Gott. So ist es in jeder Religion: Zuerst glaubt man an den Schöpfer, um dann an das Folgende glauben zu können. Der erste Schritt im Glauben ist das Vertrauen; und der erste Schritt darin ist, an Gott mit Seinen Namen, Seinen Eigenschaften, in jeder Hinsicht zu glauben. Diese Predigt ist der Anfang dieses Weges: eine Einführungslektion in den Glauben.

Die Bilder wurden mit Unterstützung künstlicher Intelligenz per Code gezeichnet; der Ton ist die Originalaufnahme der Predigt, keine KI-Vertonung. Der Abschnitt der Predigt zwischen 1:36 und 9:08 (Rezitation von Sure An-Nur, Vers 35, und Zusammenfassung früherer Lektionen) wurde nicht ins Video übernommen. Produktion: MuM · Safcocuk.
Series
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