Ein Cent pro Kilometer

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Ein Cent pro Kilometer

Jeder Gig-Fahrer macht diese Rechnung irgendwann einmal, meist eher zufällig. Man sieht den Kilometersatz der App, er klingt fair — bis man eines Tages, auf der Rückseite eines Tankquittung, mit Bleistift, die Subtraktion tatsächlich zu Ende führt.

Das ist passiert, als ich meine zu Ende geführt habe.

🔔 Was die App Ihnen Zeigt

Der Bildschirm ist ziemlich freundlich dabei. „Gute Arbeit! Noch zwölf Fahrten bis zu deinem Bonus." Darunter, in kleinerer Schrift: ein Kilometersatz, eine Grundgebühr, ein Minutensatz. Achtundsechzig Cent pro Kilometer klingt nach einer echten Zahl — bis man sie neben eine andere echte Zahl legt.

Die kanadische Steuerbehörde (CRA) veröffentlicht jedes Jahr einen Wert: was es im Durchschnitt tatsächlich kostet, ein Auto einen Kilometer weit zu bewegen — Benzin, Wartung, Versicherung, Wertverlust, alles eingerechnet. Für 2026 sind das 67 Cent für die ersten 5.000 km eines Fahrers im Jahr — und die meisten Gig-Fahrer erreichen diese Schwelle noch vor dem Frühling.

▾ Die genaue Rechnung ansehen ▸
68¢
67¢
1¢
Und das ist noch, bevor man die Kilometer mitzählt, für die niemand bezahlt: die Fahrt zum Fahrgast und das Kreisen im Leerlauf beim Warten auf die nächste Anfrage. Zählt man diese mit, ist der eine Cent meist das Erste, was verschwindet.

📋 Die Tarifkarte

Der Kilometersatz ist nicht die ganze Geschichte — kaum ein Drittel davon. Darunter liegen eine Grundgebühr pro Fahrt und ein Minutensatz, und genau daher kommt der eigentliche Gewinn — falls überhaupt einer existiert. Nicht aus der Distanz. Aus der Zeit.

▾ Die vollständige Lyft-Tarifkarte ansehen ▸
PostenSatz
GrundgebührCA$2.38
Pro KilometerCA$0.68
Pro MinuteCA$0.11
MindestsatzCA$5.00
HöchstsatzCA$720.00
Stornierung MinimumCA$1.00
Stornierung MaximumCA$15.00
Geplante Stornierung MinimumCA$5.00
Geplante Stornierung MaximumCA$15.00
Das ist die Fahrer-Vergütungsformel, die in der Lyft-App für eine Standard-„Lyft"-Fahrt in diesem Markt angezeigt wird. Die Sätze variieren je nach Stadt und Fahrzeugklasse.

🌙 Was die Rechnung Nicht Zeigt

Irgendwann nach Mitternacht stieg ein Fahrgast im marineblauen Mantel ein und stellte die Frage, die früher oder später jeder stellt: „Also, bringt das gutes Geld?" Er dachte selbst darüber nach, sagte er — am Wochenende, nebenbei, das Auto stehe ja sowieso nur herum. „Kommt drauf an", sagte ich.

Er gab null Dollar Trinkgeld. Das ist keine Beschwerde — es steht einfach so auf der Quittung, neben allem anderen, was dort steht.

Am Ende dieses Tages: rund einundzwanzig Stunden unterwegs, davon zwei Stunden achtundfünfzig Minuten bezahlt. Das Video unten zeigt die ganze Schicht, mit allen Zahlen.

Hinweis: Dieser Beitrag spiegelt die persönliche Erfahrung eines Fahrers sowie öffentlich zugängliche staatliche Tarifdaten wider. Er stellt keine Finanz-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die tatsächlichen Kosten variieren je nach Fahrzeug, Region und individuellen Umständen erheblich.
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