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Allein Allah ist anfangslos ewig
M. Fethullah Gülen · Predigt · 21. Februar 1975 · Muradiye-Moschee, Manisa · Zweite Predigt der Reihe „Die Beweise des Tawhid“
Letzte Woche hatte Hocaefendi die Krankheiten erläutert, die der Rechtleitung im Wege stehen. In dieser Predigt ruft er sie kurz in Erinnerung und geht dann zum eigentlichen Thema über: zu den vier allgemeinen Beweisen, die das Dasein und die Einheit Allahs bezeugen, und zum ersten von ihnen, dem Beweis des Ḥudūth (des Entstehens). Das Gesetz der Wärme, die Elektronen, die um den Atomkern kreisen, und die Masse, die die Sonne in jeder Sekunde verliert, zeigen dasselbe: Die Materie ist nicht ohne Anfang; anfangslos ewig ist allein Allah. Die Predigt schließt mit der Antwort auf die Frage „Wer hat Allah erschaffen?“, gegeben an den Beispielen vom Buch, vom Prediger, von den Füßen und von den Waggons eines Zuges.
Dieser Text folgt dem Video oben Abschnitt für Abschnitt. Der sichtbare Text gibt wieder, was der Prediger vorträgt. Wissenschaftliche Erläuterungen, die heutigen Werte der Zahlen von 1975, zu berichtigende Angaben, die logische Prüfung der Beispiele, alternative Beweise aus der heutigen Wissenschaft, Entsprechungen aus der Risale-i Nur und Quellenhinweise stehen in aufklappbaren Kästen; sie sind nicht die Worte des Predigers. Die Eröffnungsgebete am Anfang der Aufnahme und das Bittgebet am Schluss wurden nicht in das Video übernommen; sie stehen in diesem Text in einem Kasten.
🤲 Eröffnungsgebete und An-Nur 24:35 (nicht im Video)
Die Tonaufnahme beginnt mit der arabischen Eröffnung: Istiʿādha, Basmala, Hamdala und Segensgruß auf den Propheten. Darauf werden folgender Vers und folgende Gebete rezitiert (die Verse in der Übersetzung von Suat Yıldırım):
„Gepriesen seist Du, o Herr! Was könnten wir wissen außer dem, was Du uns hast wissen lassen? Du bist es, der alles vollkommen weiß und alles mit Weisheit tut.“ (Sure Al-Baqara 2:32). Gleich danach ein Gebet nach demselben Muster: Sübhâneke lâ fehme lenâ illâ mâ fehhemtenâ, inneke ente'l-Cevâdü'l-Kerîm (Wir preisen Dich; wir haben kein Verständnis außer dem, was Du uns verstehen ließest; Du bist der Freigebige, der Edle).
Das Gebet von Moses: „‚Mein Herr‘, sagte er, ‚weite mir meine Brust, erleichtere mir meine Aufgabe, löse den Knoten meiner Zunge, damit sie meine Rede verstehen!‘“ (Sure Ta-Ha 20:25-28) und „So überlasse ich meine Sache Allah.“ (Sure Ghafir 40:44). Dann der Segensgruß auf den Propheten, gesprochen nach der Zahl der Geschöpfe, nach dem Maß des Wohlgefallens Allahs, nach dem Gewicht Seines Thrones und nach der Menge der Tinte Seiner Worte (diese Wendungen stammen aus dem Hadith der Dschuwairiya, Muslim).
Die Basmala und der 35. Vers der Sure An-Nur: „Allah ist das Licht der Himmel und der Erde (Er ist es, der sie erleuchtet). Das Gleichnis Seines Lichtes ist wie eine Nische, in der eine Lampe ist. Die Lampe ist in einem Glas, und das Glas ist, als wäre es ein funkelnder, perlengleicher Stern. Diese Lampe wird entzündet von einem gesegneten, überaus segensreichen Ölbaum, der weder allein dem Osten noch allein dem Westen angehört. Ein so gesegneter Baum, dass sein Öl beinahe leuchtet, auch ohne dass Feuer es berührt. Sein Licht ist strahlend hell. Allah führt zu Seinem Licht, wen Er will, und Er prägt den Menschen solche Gleichnisse, damit sie die Wahrheit verstehen. Allah weiß alles.“ (Sure An-Nur 24:35)
Das türkische Bittgebet Hocaefendis: „Yâ İlâhe'l-âlemîn! … Lass Deinen erhabenen Beistand uns zur Seite stehen, bewahre uns unschuldig und geschützt vor dem Übel des Selbst, des Satans und der Launen der Begierde. Lass uns alle Erfolg darin haben, unser Leben in der Richtung des Korans zu führen, dessen Darlegung ein Wunder ist, und ehre uns mit der Ehre des Dienstes am Koran. Lass unsere Herzen von Deiner Erkenntnis trinken. Lass unsere Herzen im Licht Deiner Erkenntnis zur Ruhe kommen. Ehre uns alle in dieser Atmosphäre, in diesem Verständnis, in dieser inneren Ruhe mit dem Paradies und der Ehre der Schönheit Allahs. Amen, um der Ehre des Herrn der Gesandten willen.“
I — Krankheiten, die der Rechtleitung im Wege stehen
Einem hochmütigen Herzen lässt sich das Wahre nicht erklären
Bevor Hocaefendi zu den Lektionen kommt, in denen er Allah mit Seinen Eigenschaften und Namen erklären will, erinnert er an die Lektion der vorigen Woche: „Unwissenheit ist ein Grund, der den Menschen in den Unglauben treibt. Achtlosigkeit ist ein Grund, der den Menschen in den Unglauben treibt. Prahlerei und Hochmut sind ein Grund, der den Menschen in den Unglauben treibt. Die Launen der Begierde und das Abweichen treiben ihn in den Unglauben, sagten wir.“ Dass man sich wie eine Biene auf alle Bäume setzen kann, die Allah gepflanzt hat, und mit Strahlen der Erkenntnis zum Herzen zurückkehrt, hängt davon ab, dass diese Krankheiten aus dem Herzen verbannt werden.
„Wenn ein Herz voller Hochmut ist, wenn es prahlt, dann würde selbst der Gesandte Allahs, ja selbst Moses zu ihm kommen und ihm Recht und Wahrheit erklären – es würde ihm als Pharao gegenüberstehen, es würde ein Abu Dschahl sein und nicht auf das Wahre hören.“ Dass das Wahre kein Gehör findet, darf weder der Unlogik des Wahren noch der Unzulänglichkeit dessen zugeschrieben werden, der es erklärt: „Das Wahre ist stets erhaben und stets kostbar.“ In vielen Epochen war das eigentliche Hindernis, dass die Herzen voll Hochmut und Stolz waren. Darum wird, wer das Wahre erklärt, nicht davon ablassen und nicht verzweifeln, auch wenn es keine Aufnahme findet. Und wer zuhört, in dessen Herz aber kein Lichtstrahl entsteht, soll den Hochmut aus seinem Herzen werfen, bevor er sagt: „Das hat mich nicht überzeugt.“ Denn: „Das ist das Gesetz Allahs.“
📋 Vier Gründe, die in den Unglauben treiben
| Unwissenheit | Nicht wissen; die Beweise im Universum nicht lesen können. |
| Achtlosigkeit | Die Ereignisse verkehrt deuten; an ihnen vorbeigehen. |
| Hochmut | Die Krankheit der Selbstgefälligkeit; sie lässt die Beweise ins Gesicht zurückschleudern. |
| Launen der Begierde und Abweichen | Den Wünschen des Selbst folgen und vom Weg abweichen. |
II — Al-A'raf 7:146
Hochmut verschleiert das Auge
Hocaefendi rezitiert den 146. Vers der Sure Al-A'raf. In der Übersetzung von Suat Yıldırım: „Die auf Erden zu Unrecht großtun, halte Ich davon fern, Meine Zeichen recht zu verstehen. Selbst wenn diese Hochmütigen jedes Wunder sähen, würden sie doch nicht daran glauben. Sähen sie den rechten Weg, so schlügen sie ihn nicht ein. Sähen sie aber den Weg des Irrtums, so schlügen sie ihn ein. So ist es! Denn sie haben es sich zur Gewohnheit gemacht, Unsere Zeichen für Lüge zu erklären, und sind ihnen gegenüber stets achtlos geblieben.“ (Sure Al-A'raf 7:146)
In der Erläuterung des Predigers: Die Zeichen, die Allah in Himmel und Erde geschrieben hat, die Merkmale, die auf Sein Dasein weisen, macht Er den Hochmütigen zum Schleier vor den Augen. „Würde das All ganz zum Zeichen, riefe es krachend ‚Allah‘, riefe das Menschsein ‚Allah‘, sie würden dennoch nicht glauben.“ Sähen sie den rechten Weg, sie schlügen ihn nicht ein; wird ihnen ein Weg des Satans gezeigt, nehmen sie ihn sofort an. Der Sinn, den man aus dem Geist des Verses gewinnt, ist dieser: „Wenn im Herzen des Menschen die Krankheit der Selbstgefälligkeit ist, wenn Hochmut ist, dann mögen Sie ihm so viele Beweise bringen, wie Sie wollen – die Beweise, die Sie bringen, werden sich umkehren, Ihnen ins Gesicht geschleudert, und in seinem Herzen wird nicht der kleinste Strahl, nicht der kleinste Tropfen der Erkenntnis entstehen.“
III — Unrecht und Lüge
Es wird Abu Dschahls geben und Abu Bakrs
Auch wer sich Unrecht und Lüge zuwendet – wer sich also an anderen und an den Rechten Allahs vergreift, wer das Universum und sich selbst belügt, wer ein Doppelleben führt –, bleibt von der Rechtleitung ausgeschlossen. Der Prediger rezitiert zwei Verse; in der Übersetzung von Suat Yıldırım: „… Allah leitet die Ungerechten ohnehin nicht recht und lässt sie ihr Ziel nicht erreichen.“ (Sure Al-Baqara 2:258) und „… Allah leitet die nicht recht und lässt die ihr Ziel nicht erreichen, die sich Lüge, Undank und Unglauben zur Gewohnheit gemacht haben.“ (Sure Az-Zumar 39:3). In den Worten des Predigers: „Allah leitet recht, wen Er will. Doch der Ungerechte hat das Recht auf Rechtleitung verwirkt.“
Die Lüge hat viele Arten: die Lüge gegen das All in Gestalt der Leugnung Allahs, die Lüge, sich in Mutmaßungen und Hypothesen zu verrennen, die Lüge, sich der Wahrheit nicht zu nähern, die Lüge, ständig vor dem eigenen Herzen zu fliehen. „Einem Menschen dieser Art magst du den Glauben wie Lebenswasser als Trank reichen – er wird ihn dir als Gift ins Gesicht schleudern.“ Und doch gibt es keine Verzweiflung: „Es wird Abu Dschahls geben, und es wird Abu Bakrs geben. Wir aber werden, ohne zu verzweifeln, den Beistand des Allmächtigen erbittend, weiter erklären.“
📋 Arten der Lüge
| Gegen das All | Allah leugnen und das Universum auf eigene Rechnung Lügen sprechen lassen. |
| Im Denken | Sich in Mutmaßungen und Hypothesen verrennen; sich der Wahrheit nicht nähern. |
| Gegen sich selbst | Dem eigenen Wesen fremd bleiben; ständig vor dem eigenen Herzen fliehen. |
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Unrecht und Lüge
Auch Bediüzzaman nennt diese beiden Namen zusammen mit dem Geheimnis der Prüfung: „Wäre es auf ganz offenkundige Weise, so bliebe dem Verstand keine Wahl; auch Abu Dschahl würde wie Abu Bakr bestätigen, Prüfung und Verpflichtung verlören ihren Nutzen, und Kohle und Diamant blieben auf einer Stufe.“ (Mektubat (Die Briefe), Neunzehnter Brief, Vierter feinsinniger Hinweis). Dass das Wahre nicht von allen angenommen wird, gehört zum Wesen der Prüfung; der Rat des Predigers, nicht zu verzweifeln, deckt sich mit diesem Geheimnis.
📖 Quellenhinweis · Unrecht und Lüge
Die Wendung „Vallâhu lâ yehdi'l-kavme'z-zâlimîn“ (Allah leitet die Ungerechten nicht recht) findet sich außer in Sure Al-Baqara 2:258 auch in Al Imran 3:86, At-Tauba 9:19, As-Saff 61:7 und Al-Dschumu'a 62:5.
IV — Achtlosigkeit
Stehend, sitzend, liegend
Die Achtlosigkeit lässt den Menschen die Ereignisse verkehrt deuten; sie hindert ihn, ihr eigentliches Wesen und ihre Bedeutung zu sehen. Darum breitet der Koran die Ereignisse wie ein Buch vor dem Menschen aus und lädt ihn zum Nachsinnen ein. Der Prediger rezitiert die Verse 190-191 der Sure Al Imran. In der Übersetzung von Suat Yıldırım: „Gewiss, in der Erschaffung der Himmel und der Erde und darin, dass Nacht und Tag einander folgen und ihre Dauer zu- und abnimmt, liegen für nachdenkende Menschen wahrlich viele Beweise. Sie gedenken Allahs bald stehend in Ehrfurcht, bald sitzend, bald auf der Seite liegend, sinnen über die Erschaffung der Himmel und der Erde nach und sagen: ‚O unser erhabener Herr! Du hast dies nicht ziellos und vergeblich erschaffen. Wir preisen Dich, frei von solchen Mängeln. Bewahre uns vor der Strafe jenes Feuers!‘“ (Sure Al Imran 3:190-191)
In der Erläuterung des Predigers: Stehend und im Gehen suchen die Gläubigen hinter jedem Ereignis, das ihnen begegnet, nach Beweisen für Allah; im Sitzen sagen sie: „Allah ist es, der mich sitzen lässt. Allah ist es, der diese Gelenke zum Sitzen geeignet erschuf“; liegend bedenken sie die Ruhe. Am Ende sagen sie: „Alles ist randvoll mit Weisheit.“ „Der Achtlose aber versteht weder den Sinn des Liegens noch den Sinn des Aufstehens, noch den Sinn des Gehens.“ Auch die Sure Yusuf beschreibt diesen Zustand; in der Übersetzung von Suat Yıldırım: „Wie viele Beweise gibt es in den Himmeln und auf der Erde, die Allahs Dasein, Einheit und Macht zeigen! Die Menschen gehen an ihnen vorbei, doch weil sie ihr Gesicht abwenden, bemerken sie sie nicht.“ (Sure Yusuf 12:105). Wenn der Mond sich bewegt, die Sonne aufgeht, die Gräser ergrünen und die Vögel wie Nachtigallen singen, „sagt alles ‚Allah‘, sagt: Ich will dir Allah erklären; er aber geht an all dem vorbei, von all diesen Zeichen wendet er den Blick ab“.
📋 Drei Haltungen im Vers
| Stehend | Im Gehen sucht er hinter jedem Ereignis einen Beweis für Allah. |
| Sitzend | Er gedenkt dessen, der die Gelenke zum Sitzen geeignet erschuf. |
| Auf der Seite liegend | Liegend bedenkt er die Ruhe und gedenkt Allahs. |
V — Sünde und Rost im Herzen
Die Sünde lässt das Herz rosten
Sich in die Sünde zu stürzen und nicht vom Ungehorsam lassen zu können, steht ebenfalls der Rechtleitung im Wege. Nach dem Prediger haben die Ungläubigen diesen feinen Punkt erkannt und darum den Menschen den Boden bereitet, auf dem sie sündigen können, vor allem haben sie die Erregung und die Gelüste der Jugend aufgestachelt. Der Prediger rezitiert zwei Verse; in der Übersetzung von Suat Yıldırım: „So lassen Wir jene Leugnung und jenen Spott in die Herzen der Frevler eindringen. Obwohl die Unheile, die über die früheren Gemeinschaften kamen, eine Lehre sind, glauben sie dennoch nicht.“ (Sure Al-Hidschr 15:12-13) und „Nein! So ist es nicht! Die schlechten Taten, die sie fortwährend begingen, haben ihre Herzen nach und nach rosten lassen.“ (Sure Al-Mutaffifin 83:14)
In der Erläuterung des Predigers: „Wegen dessen, was sie erworben haben, sind in ihren Herzen Wunden und Schrammen, ist Rost; wenn das Wahre kommt, wird es keinen Widerhall finden, keine Aufnahme finden; Allah wird erklärt werden, doch in ihm wird keine Weitung, kein Erschauern sein“. In einer Zeit, in der die Gelegenheiten zur Sünde auf den Straßen ausgebreitet sind, ruft Hocaefendi die Gemeinde auf, die Hände zu erheben und zu beten: „Möge Er unsere Herzen bereit machen, die Wahrheiten des Glaubens und des Korans zu verstehen.“
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Sünde und Rost im Herzen
„Ja, die Sünde dringt ins Herz ein, schwärzt es mehr und mehr und verhärtet es, bis sie das Licht des Glaubens daraus vertrieben hat. In jeder Sünde liegt ein Weg, der zum Unglauben führt.“ (Lem'alar (Die Blitze), Zweiter Blitz, Erste Feinheit). Dieselbe Feinheit schließt mit dem Verständnis des Geheimnisses von „bel râne alâ kulûbihim“ in Al-Mutaffifin 83:14.
VI — Vier allgemeine Beweise
Universum, Koran, Prophet, Gewissen
Bevor Hocaefendi zum eigentlichen Thema übergeht, macht er eine Anmerkung: Da die Frage weniger Gefühl und Begeisterung anspricht, sondern sich „ganz an den Verstand und an das Herz wendet“, wird sie vielleicht schwer wirken. Doch: „Überall erklärt Allah sich selbst.“ Damit, dass das Ohr hierhin und die Nase dorthin gesetzt wurde, bis dahin, dass der Himmel mit Sternen besternt und die Erde mit Bäumen und Gräsern geschmückt wurde – mit allem. „Also ist die größte Wahrheit im Universum, dass Allah erklärt wird, und die größte Wahrheit für die Menschen, dass sie Allah verstehen.“
Alle diese Beweise darzulegen, würde Jahre dauern: „Denn jedes Ereignis ist für sich ein Buch.“ Hocaefendi zählt vier der allgemeinen Beweise auf. Der erste: „Was uns Allah erklärt, ist das Buch des Alls, das Er mit Macht und Willen schrieb und unseren Augen, unserem Blick darbietet.“ Der zweite Zeuge ist der Koran, die Übersetzung und der Dolmetscher jenes Buches; der dritte Zeuge ist Muhammad (Friede und Segen seien auf ihm), der Dolmetscher dieses Dolmetschers, um dessentwillen das Universum erschaffen wurde; der vierte Zeuge aber ist das Gewissen, „das den Menschen nicht täuscht, nicht irreführt, das ihn selbst im Irrtum noch ‚Ewigkeit, Ewigkeit‘ sagen lässt“.
📋 Vier Zeugen
| Universum | Das Buch, das Allah mit Seiner Macht und Seinem Willen schrieb. |
| Koran | Übersetzung und Dolmetscher des Buches des Universums. |
| Der Prophet Muhammad | Dolmetscher des Dolmetschers; dazu die übrigen Propheten und ihre Wunder. |
| Gewissen | Es täuscht nicht, führt nicht irre; es gibt sich mit nichts anderem als der Ewigkeit zufrieden. |
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Vier allgemeine Beweise
„Drei große, allgemeine Wegweiser machen uns unseren Herrn bekannt: Der eine ist dieses Buch des Universums … Der andere ist das Siegel der Propheten (Friede und Segen seien auf ihm), das größte Zeichen dieses großen Buches. Und der dritte ist der Koran von erhabener Würde.“ (Sözler (Die Worte), Neunzehntes Wort, Erster Tropfen). Dass der Koran der Dolmetscher des Buches des Universums ist: Der Koran ist „eine anfangslose Übersetzung dieses großen Buches des Universums“ und „der ewige Dolmetscher seiner vielfältigen Sprachen, die die Zeichen der Schöpfung lesen“ (Sözler, Fünfundzwanzigstes Wort). Der Prediger fügt diesen drei Wegweisern das Gewissen als vierten Zeugen hinzu. Die Entsprechung zum Satz von der „größten Wahrheit“: „Das höchste Ziel der Schöpfung und das erhabenste Ergebnis der Natur ist der Glaube an Allah. Und die höchste Stufe des Menschseins und der größte Rang der Menschheit ist die Gotteserkenntnis im Glauben an Allah.“ (Mektubat (Die Briefe), Zwanzigster Brief, Einleitung).
VII — Die Horizonte und das Selbst
„So wahr wie euer Sprechen“
Der Prediger rezitiert aus der Sure Adh-Dhariyat. In der Übersetzung von Suat Yıldırım: „Auf der Erde gibt es viele Beweise für die, die fest glauben wollen. Auch in eurem eigenen Dasein gibt es solche Beweise. Wollt ihr denn immer noch nicht sehen? Und im Himmel ist eure Versorgung (sind die Mittel eurer Versorgung) und auch das Paradies, das euch verheißen ist.“ (Sure Adh-Dhariyat 51:20-22). Und er fragt: „Habt ihr nie vor dem Spiegel euer Antlitz betrachtet? Habt ihr nie über euer eigenes Wesen nachgedacht?“ „In einem einzigen Vers wird zwischen der großen und der kleinen Welt eine Beziehung gestiftet.“ Auch die Versorgung kommt vom Himmel: Das Verdunsten der Meere, das Fallen des Regens, das Wehen des Windes geschehen durch Allahs Befehl; und auch das verheißene Paradies ist im Himmel.
Dann folgt der Schwurvers; in der Übersetzung von Suat Yıldırım: „Beim Herrn des Himmels und der Erde: Diese Verheißung ist eine Wahrheit, so fest, wie es feststeht, dass ihr sprecht.“ (Sure Adh-Dhariyat 51:23). Hier spricht Hocaefendi sein eigenes Verständnis aus: „Der Ausleger hat das vielleicht nicht verstanden. Ich aber verstehe diesen Sinn.“ So wie ihr sprecht, erklärt auch das Universum mit seinen Zeichen, mit Bäumen, Blättern, Früchten und Kernen Allah: „Zwischen jenem Sprechen und diesem Sprechen gibt es im Grunde keinen Unterschied. Dieses wendet sich an das Ohr, jenes an das Auge. Werden beide unter dem Schiedsspruch des Verstandes bewertet, so wird das Ergebnis aus dem Labor des Herzens die Wahrheit sein: Allah ist der Schöpfer, Allah ist einer.“
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Die Horizonte und das Selbst
Zum Fenster, das sich mit Adh-Dhariyat 51:20-21 öffnet, sagt Bediüzzaman: „Dieses Fenster ist das Fenster des Menschen und gehört zur inneren Welt (anfusī).“ (Sözler (Die Worte), Dreiunddreißigstes Wort, Einunddreißigstes Fenster). Zur Beziehung zwischen der großen und der kleinen Welt: „Die große Welt, die man Universum nennt, und die kleine Welt, ihr verkleinertes Abbild, das man Mensch nennt, zeigen die äußeren (āfāqī) und inneren (anfusī) Beweise der Einheit, geschrieben mit dem Schreibrohr der Macht und der Bestimmung.“ (Mektubat (Die Briefe), Zwanzigster Brief, Vierter Satz).
📖 Quellenhinweis · Die Horizonte und das Selbst
Adh-Dhariyat 51:23 als das „Sprechen“ des Universums zu verstehen, ist, wie der Prediger selbst sagt, seine eigene Deutung; in den Kommentaren wird der Vers so verstanden, dass die gegebene Verheißung so gewiss ist wie euer Sprechen.
VIII — Der Koran und die Propheten
Damit ihnen kein Vorwand bleibt
Dass auch der Koran ein Beweis ist, darauf lenkt wiederum der Koran den Blick. In der Übersetzung von Suat Yıldırım: „Genügt es ihnen denn nicht, dass Wir dieses Buch herabgesandt haben, das ihnen vorgetragen wird? Gewiss liegt darin eine Barmherzigkeit und eine hinreichende Ermahnung für die, die glauben.“ (Sure Al-Ankabut 29:51). „Dass so etwas von einem Ungelehrten stammt, ist unmöglich.“ Welchen Vers man auch prüft – an seiner Ausdrucksweise, seiner Beredsamkeit, seinen Nachrichten vom Verborgenen, an der vollkommenen Art, wie er das Universum erklärt und das Rätsel Mensch erläutert, versteht man: Er „kann nicht das Buch eines Ungelehrten sein, der vor vierzehn Jahrhunderten lebte“; er ist das Wort des Schöpfers von Himmel und Erde.
Alle Propheten, zumal unser Prophet, sind unumstößliche Zeugen für das Dasein und die Einheit Allahs. In der Übersetzung von Suat Yıldırım: „Wir haben jene Gesandten als Überbringer froher Botschaft von Unserer Barmherzigkeit und als Warner vor Unserer Strafe gesandt, damit die Menschen nach den Gesandten keinen Vorwand mehr gegen Allah vorbringen können …“ (Sure An-Nisa 4:165). Die Propheten verkündeten, dass der rechte Weg ins Paradies und der krumme Weg in die Hölle führt – damit die Menschen vor Allah nicht sagen: „Wir konnten es nicht sehen, nicht wissen.“ Der letzte Vers lenkt den Blick auf den vierten Beweis, das Gewissen: „Hätten sie denn nicht über den Koran nachdenken müssen? Oder liegen auf ihren Herzen Schlösser über Schlösser?“ (Sure Muhammad 47:24, in der Übersetzung von Suat Yıldırım). Die Erläuterung dieser Beweise verschiebt Hocaefendi auf die kommenden Freitage.
IX — Der Beweis des Ḥudūth
Von Seinen Eigenschaften umgeben, durch Seine Namen bekannt, in Seinem Wesen unbekannt
Der erste der Beweise aus dem Universum ist der Beweis des Ḥudūth, „in neuerer Sprache der Beweis des Entstehens“. Das Entstehen zeigt eine Eigenschaft Allahs; dass das Universum geschmückt und verziert erschaffen ist, zeigt eine andere; dass es fortbesteht und vergeht, wieder eine andere. Darum ist auch darauf zu achten, auf welche Eigenschaft und welchen Namen jeder Beweis verweist. Das Wesen Allahs aber ist nicht zu erfassen: „Die Unfähigkeit, Allah zu erfassen, ist das größte Erfassen. Mit Abu Bakr beginnt das.“ „Das Wesen des Schöpfers kann niemals verstanden werden.“ Ein festes Wissen über die Eigenschaften und Namen bedeutet eine feste Überzeugung über Allah.
Warum diese schwere Frage? „Doch der Gläubige muss alle Löcher, durch die der Satan Zweifel ins Herz bringt, alle Fenster, durch die der Zweifel kommt, verstopfen.“ Denn: „Du kannst ein Wahngebilde sein, auch das Universum kann ein Wahngebilde sein. Das Wesen des Schöpfers aber nicht.“ Eine dieser Lücken ist die Behauptung derer, die die Ursachen anbeten: Das Atom verwandle sich in Energie, die Energie in Atome, und so gehe es als ewiger Kreislauf immer weiter. So „verteilen sie, was Allah zukommt, auf die Ursachen, teilen es auf“. Hocaefendi kündigt an, die Frage dem Stand der Gemeinde gemäß in einfacher Sprache zu erklären, und bittet die Fachleute um Nachsicht.
📋 Wie erkennt man Allah?
| Sein Wesen | Es ist nicht zu erfassen; die Unfähigkeit zu erfassen ist das größte Erfassen. |
| Seine Eigenschaften | Sie umgeben Sein Wesen ringsum; wegen der Schatten in unserem Wesen betrachten wir sie nur halbwegs. |
| Seine Namen | Das Universum ist die Widerspiegelung der Namen; wir bemühen uns, sie vollständig zu kennen. |
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Der Beweis des Ḥudūth
Zum Weg über Entstehen und Kontingenz sagt Bediüzzaman: „Dieses Fenster ist das Fenster aller Kalām-Gelehrten, gegründet auf Kontingenz und Entstehen, und ihre Hauptstraße zum Beweis des Notwendig Seienden.“ (Sözler (Die Worte), Dreiunddreißigstes Wort, Dreißigstes Fenster). Die Entsprechung zum Wort des Predigers „sie verteilen es auf die Ursachen, teilen es auf“: „Du hast deinen Herrn, den Schöpfer aller Dinge, vergessen, hast alles einer eingebildeten Natur zugeschrieben, Seine Werke den Ursachen gegeben und das Eigentum jenes Schöpfers unter die Tāghūt, die nichtigen Angebeteten, aufgeteilt.“ (Lem'alar (Die Blitze), Siebzehnter Blitz, Fünfte Notiz).
📖 Quellenhinweis · Der Beweis des Ḥudūth
Der Satz „Die Unfähigkeit zu erfassen ist Erfassen“ ist kein Hadith. Er wird in Kommentar- und Sufi-Werken Abu Bakr zugeschrieben (Razi, Alusi, Ghazali, Ibn Arabi); in einer Primärquelle wurde er nicht gefunden.
X — Die Eigenschaft der anfangslosen Ewigkeit, der Name „der Erste“
Allah war da, nichts war da
Aus dem Ḥudūth ergibt sich die Frage der anfangslosen Ewigkeit: „Anfangslose Ewigkeit heißt: keinen Anfang haben.“ Allahs Name „der Erste“ beruht auf der Eigenschaft der anfangslosen Ewigkeit, und „das Anfangslose bleibt auch endlos“. Dass das Atom nicht anfangslos ist, sondern später erschaffen wurde, sieht man mit dem Mikroskop, mit Elektronenstrahlen, mit Röntgenstrahlen. „Nur Allah war da. Nichts existierte, will ich sagen. Allah war da. Nichts war da.“
Geht diese Wahrheit ins Herz ein, „dann schreiben wir die anfangslose Ewigkeit, die Anfangslosigkeit Allah zu, setzen die Materie ab“, und es folgt: Allah hat die Materie erschaffen. „Mit Jeans' Worten: Allah sprach zum Licht: ‚Sei!‘, und das Licht entstand.“ Hocaefendi kündigt an, dies an drei Punkten zu zeigen: am Gesetz der Wärme, an der Bewegung der Elektronen um den Atomkern und an der Sonne und ihrer Energie.
📋 Drei Beweise
| 1. Gesetz der Wärme | Thermodynamik: Was heiß ist, gibt seine Wärme an die Umgebung ab; das Universum geht dem Erlöschen entgegen. |
| 2. Elektronen | Die Bewegung der Elektronen, die um den Kern kreisen. |
| 3. Sonne | Die Energie der Sonne und die Masse, die sie jede Sekunde verliert. |
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Die Eigenschaft der anfangslosen Ewigkeit, der Name „der Erste“
„Ja, was ohne Anfang ist, ist gewiss auch ohne Ende. Was anfangslos ewig ist, ist gewiss unvergänglich. Was notwendig seiend ist, ist gewiss immerwährend.“ (Mektubat (Die Briefe), Zwanzigster Brief, Achter Satz): die Entsprechung zum Wort des Predigers „das Anfangslose bleibt auch endlos“.
📖 Quellenhinweis · Die Eigenschaft der anfangslosen Ewigkeit, der Name „der Erste“
Der Hadith „Allah war, und nichts außer Ihm war“: Buchari, Badʾ al-Chalq (Beginn der Schöpfung). Das Wort „Allah sprach zum Licht: Sei!“ schreibt der Prediger Jeans zu; es steht in der Bibel, Genesis 1:3 (lateinisch fiat lux). Seine Entsprechung im Koran ist der Befehl „Sei!“; in der Übersetzung von Suat Yıldırım: „Wenn Er etwas will, so ist Sein Befehl nur, dass Er ‚Sei!‘ sagt, und sogleich ist es …“ (Sure Ya-Sin 36:82).
XI — Erster Beweis: das Gesetz der Wärme
Für jedes Entstandene gibt es einen Urheber
„Nach diesem Gesetz ist die Materie später erschaffen worden.“ „Nichts entsteht aus dem Nichts von selbst.“ Der alte Kalām-Gelehrte sagte auf seinem Lehrstuhl: „Alles im Universum ist ḥādith, ist später entstanden. Für jedes Entstandene gibt es einen Urheber.“ Also ist das Universum entstanden, und sein Urheber ist Allah. „Doch ist das Universum wirklich entstanden?“ Ein Name dieses Gesetzes ist Carnot-Gesetz, sein technischer Name zweiter Hauptsatz der Thermodynamik. Durch Hubbles Beobachtung sah man, dass die Nebel sich entfernen und das Universum sich ausdehnt; man erkannte, dass manche Sonnen erlöschen und zu Zwergen werden. „Dieses Gesetz wird heute an den Universitäten als feststehendes, positives Gesetz gelehrt.“ Eddington und Jeans mit seinem „Rätselhaften Universum“ sind große Verteidiger dieses Gesetzes; „auch Einsteins Darstellung des Universums bestätigt dieses Gesetz“.
Hocaefendi erklärt das Gesetz in einfacher Sprache: „Sie kochen, erhitzen einen Körper im Feuer, im Wasser. Wenn er zu einem glühenden Stück geworden ist, tauchen Sie ihn in kaltes Wasser.“ Die Hitze im Zentrum wandert zur kalten Umgebung, und ringsum wird alles gleich warm. Das Universum ist voll von Sonnen: „In der Milchstraße gibt es Millionen Sonnen wie unsere Sonne.“ Früher hieß es, im Zentrum der Sonne herrschten fünfzehn Millionen Grad; manche Forscher sprechen von hundertvierzig Millionen Grad. Diese Hitze dringt vom Zentrum nach außen, verteilt sich als Strahlung ringsum, und das dauert an, bis die Umgebung dieselbe Temperatur erreicht hat.
📋 Der Schluss des Kalām-Gelehrten
| Untersatz | Alles im Universum ist entstanden, ist später geworden. |
| Obersatz | Für jedes Entstandene gibt es einen Urheber, der es hervorbringt. |
| Schluss | Das Universum hat einen Urheber: Allah. |
🔬 Wissenschaftliche Erläuterung · Erster Beweis: das Gesetz der Wärme
Nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nimmt in einem abgeschlossenen System die Unordnung (Entropie) nicht von selbst ab; Wärme fließt vom Heißen zum Kalten, und am Ende hat jeder Ort dieselbe Temperatur. Die Grundlage des Gesetzes geht auf Sadi Carnots Arbeit von 1824 zurück, der Begriff der Entropie auf Rudolf Clausius (1850er Jahre bis 1865). Dass sich das Universum ausdehnt, zeigten die Beobachtungen Edwin Hubbles von 1929. Arthur Eddington beschreibt dieses Gesetz in „The Nature of the Physical World“ (1928) als den „Pfeil der Zeit“; James Jeans schreibt in „The Mysterious Universe“ (1930), dass das Universum dem Wärmetod entgegengeht. Wenn der Prediger sagt, die Sonnen würden „zu Zwergen“, verweist er darauf, dass Sterne, deren Brennstoff erschöpft ist, zu Weißen Zwergen werden.
🔬 1975 → heute · Erster Beweis: das Gesetz der Wärme
Die Zentraltemperatur der Sonne wird heute mit etwa 15 Millionen Grad angegeben (der Wert, den der Prediger „früher“ nennt). In der Milchstraße gibt es etwa 100-400 Milliarden Sterne; im beobachtbaren Universum gibt es Hunderte Milliarden Galaxien.
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Erster Beweis: das Gesetz der Wärme
Der Schluss des Kalām-Gelehrten erscheint im Âyetü'l-Kübrâ als die Wahrheit von „Entstehen und Kontingenz“ bei den Kalām-Gelehrten: „Da in der Welt und in allem Veränderung und Wandel ist, ist es gewiss vergänglich, ist entstanden und kann nicht anfangslos ewig sein. Da es entstanden ist, gibt es gewiss einen Schöpfer, der es hervorgebracht hat.“ (Şuâlar (Die Strahlen), Siebter Strahl: Âyetü'l-Kübrâ (Das größte Zeichen)).
XII — Wärmegleichgewicht und Anfangslosigkeit
Wäre die Materie ohne Anfang, wäre sie längst erloschen
„Was ist, wenn sie Wärme abstrahlen?“ Dieser Vorgang geschieht im ganzen Universum, in allen Nebeln. Eines Tages wird jeder Ort im gleichen Grad mit Energie erfüllt sein, und im Universum wird es kein Plus und Minus mehr geben: „In der alten Sprache: Zāʾid und nāqiṣ werden verschwinden.“ Es wird eine potenzielle Energie geben, „aber Leben wird es nicht geben. Leben entsteht durch einander entgegengesetzte Pole.“ Die Sonnen werden stillstehen, die Sterne erlöschen, der Mond wird fallen, die Erde wird verbrennen und erlöschen.
Die Verbindung zur anfangslosen Ewigkeit Allahs ist diese: Der Gläubige nennt Allah ohne Anfang; die Anfangslosigkeit ist nicht eine Milliarde, nicht eine Billion Jahre: „Anfangslosigkeit heißt unendliche Zeit.“ Wer sagt, die Materie sei anfangslos ewig, überträgt das Urteil des Gläubigen über Allah auf das Atom, auf die Energie. Doch „das Gesetz der Thermodynamik lässt nicht zu, dass die Materie ohne Anfang ist“: „Wäre sie ohne Anfang, so hätte sich das Gesetz der Thermodynamik schon vor Millionen mal Millionen Jahren längst erfüllt.“ „Dass jetzt, gegenwärtig, das Universum existiert, die Erde existiert, das Leben existiert, zeigt angesichts dieses Gesetzes, dass die Materie später erschaffen wurde. Ohne Anfang ist Allah.“
📋 Die Beweisführung
| Gesetz | Die Materie gibt die Wärme ihres Zentrums stets nach außen ab. |
| Wäre sie ohne Anfang | Das Wärmegleichgewicht wäre längst erreicht, alles wäre erloschen. |
| Beobachtung | Das Universum, die Erde und das Leben existieren. |
| Ergebnis | Die Materie wurde später erschaffen; ohne Anfang ist Allah. |
🔬 Wissenschaftliche Erläuterung · Wärmegleichgewicht und Anfangslosigkeit
In der heutigen Kosmologie wurde 1998 entdeckt, dass sich die Ausdehnung des Universums beschleunigt. Danach ist das wahrscheinlichste Ende ein kaltes und dunkles Universum, in dem die Sterne erloschen und die Temperaturunterschiede verschwunden sind („Wärmetod“ oder „Big Freeze“). Das Ende, das der Prediger beschreibt (Stillstand der Sonnen, Erlöschen der Sterne, Unmöglichwerden des Lebens), deckt sich mit diesem Szenario.
🧩 Logische Prüfung · Wärmegleichgewicht und Anfangslosigkeit
Die Form der Beweisführung ist schlüssig: Schreitet ein Vorgang in nur einer Richtung fort und liegt sein Ende in endlicher Entfernung, dann hätte eine unendliche Vergangenheit dieses Ende längst erreichen müssen; da es nicht erreicht ist, ist die Vergangenheit nicht unendlich. Der Beweis beruht auf zwei Bedingungen: dass das Universum als Ganzes diesem Gesetz unterliegt und dass es von außen keine unbegrenzte Energie erhält. Einige Physiker haben Modelle mit unendlicher Vergangenheit vorgeschlagen; doch das Borde-Guth-Vilenkin-Theorem (2003) zeigt, dass ein im Mittel expandierendes Universum in der Vergangenheit eine Grenze haben muss (siehe die alternativen Beweise in Abschnitt XVI).
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Wärmegleichgewicht und Anfangslosigkeit
„Die Anfangslosigkeit ist ja nicht ein Ende der Kette der Vergangenheit, sodass man sie beim Dasein der Dinge zugrunde legen und danach eine Zwangsläufigkeit annehmen könnte. Vielmehr ist die Anfangslosigkeit wie ein Spiegel, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich umfasst und von oben auf sie blickt.“ (Sözler (Die Worte), Sechsundzwanzigstes Wort, Zweiter Abschnitt): in derselben Richtung wie das Wort des Predigers „Anfangslosigkeit heißt Zeitlosigkeit“.
XIII — Zweiter Beweis: Atom und Elektronen
Die Elektronen standen entweder still, oder sie bewegten sich
„Du und ich, das ganze Universum, dieses Katheder, die Kanzel dort, die Wände der Moschee – alles ist aus denselben Bausteinen Allahs gemacht.“ Diese Bausteine sind so klein, dass ein Millimeter, durch einen Bruch mit zwanzig Nullen verkleinert, vielleicht dem Durchmesser des Atoms entspräche. „Die Alten nannten es das unteilbare Teilchen.“ Im Kern des Atoms befinden sich Protonen und Neutronen; um ihn kreisen Elektronen in Bahnen, die – „was der Araber ihlīlaj nennt“ – die Form eines Kiefernzapfens ergeben können. Der Prediger nimmt das Wasserstoffatom als Beispiel: in seinem Zentrum wie eine Sonne ein Proton und dazu ein Neutron.
„Ein Ding bewegt sich entweder, oder es ruht. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht.“ Hätten die Elektronen stillgestanden, so hätte der positiv geladene Kern sie angezogen: „Würde das Elektron jedes Atoms von seinem Kern angezogen, dann bliebe die Erde so groß wie ein Ei“ – mit demselben Gewicht, aber so groß wie ein Ei. Dich gäbe es nicht, auch Leben nicht. Also bewegen sich die Elektronen. Doch: „Hätten die Elektronen seit der Anfangslosigkeit um den Kern gekreist, dann wären sie dort, wo sie am Ende ankommen, längst angekommen.“ „Also haben sie einen Anfang.“ Von diesem Anfang „sagen wir: Allah sprach zum Atom: ‚Sei!‘, und das Atom wurde“.
📋 Zwei Möglichkeiten
| Sie standen still | Der Kern hätte das Elektron angezogen; die Erde wäre so groß wie ein Ei. |
| Sie bewegen sich | Kreisten sie seit der Anfangslosigkeit, wären sie längst an ihrem Ziel angekommen. |
| Ergebnis | Das Atom und das Elektron haben einen Anfang. |
🔬 Wissenschaftliche Erläuterung · Zweiter Beweis: Atom und Elektronen
Im heutigen Atommodell besteht der Kern aus Protonen und Neutronen; die Zahl der Protonen bestimmt das Element (Wasserstoff 1, Uran 92). Elektronen kreisen nicht wie Planeten auf festen Bahnen; sie befinden sich in „Orbitalen“, also Verteilungen der Wahrscheinlichkeit, sie in der Umgebung des Kerns anzutreffen. Das Bild des Predigers von „ihlīlaj“ (Ellipse) und „Kiefernzapfen“ spiegelt die verbreiteten Atomschemata seiner Zeit wider (Bohr-Sommerfeld-Modell). Dass das Atom, dessen Name „unteilbares Teilchen“ bedeutet, sich teilen lässt, erkannte man ebenfalls erst später (Kern 1911, Neutron 1932).
🔬 1975 → heute · Zweiter Beweis: Atom und Elektronen
Der Durchmesser eines Atoms beträgt etwa 0,1-0,5 Nanometer, liegt also in der Größenordnung eines Zehnmillionstels Millimeter; der Kern ist etwa hunderttausendmal kleiner. Uran-238, einer der schwersten natürlichen Kerne, enthält 238 Teilchen (92 Protonen, 146 Neutronen). Würde die gesamte Masse der Erde auf die Dichte eines Atomkerns zusammengepresst, ergäbe sich eine Kugel von etwa 370 Metern Durchmesser; das Bild des Predigers vom „Ei“ soll diese Verkleinerung vorstellbar machen.
✏️ Hinweis im Licht heutigen Wissens · Zweiter Beweis: Atom und Elektronen
Im Kern des gewöhnlichen Wasserstoffatoms befindet sich nur ein Proton, kein Neutron. Ein Kern aus einem Proton und einem Neutron gehört zum Deuterium, der schweren Form des Wasserstoffs (etwa eines von 6.400 Wasserstoffatomen in der Natur).
🧩 Logische Prüfung · Zweiter Beweis: Atom und Elektronen
Nach der klassischen Physik müsste ein kreisendes Elektron durch Strahlung Energie verlieren und in den Kern stürzen; das war das bekannte Problem des Rutherford-Modells. Die Quantenmechanik zeigt, dass das Atom stabil ist: Ein Elektron auf dem niedrigsten Energieniveau verliert keine Energie, das Atom „erschöpft sich“ nicht von selbst. Deshalb stützt sich das Urteil, die Elektronen wären bei einem Kreisen seit der Anfangslosigkeit längst erschöpft, heute nicht auf die Bewegung des Elektrons selbst, sondern auf den ersten Beweis, die Thermodynamik, und auf den radioaktiven Zerfall (siehe die alternativen Beweise in Abschnitt XVI, 2). Das Ergebnis, zu dem der Prediger gelangt (die Materie ist nicht ohne Anfang), steht durch diese Beweise fest.
🧭 Beweis und Glaube · Zweiter Beweis: Atom und Elektronen
Diese Hinweise betreffen nicht das Ergebnis des Redners, sondern das Wissen von 1975, auf dem das Beispiel beruhte. Die Wissenschaft ist offen für Veränderung, ein schwankender Boden; was heute als richtig gilt, kann morgen korrigiert werden. Die Änderung einer wissenschaftlichen Erkenntnis berührt darum nicht das Fundament des Glaubens; gerade weil die Wissenschaft zur Veränderung bereit ist, ist sie nicht die Grundlage des Glaubens, sondern ein Mittel, die Wahrheit zu lesen. Das ist die Antwort auf die Frage „Wenn der Beweis zusammenbricht, bricht dann auch der Glaube zusammen?“: Der Glaube stützt sich nicht auf das Wissen einer Epoche, sondern auf die Wahrheit, auf die dieses Wissen hinweist. Der Redner gebrauchte diese Beispiele in der Sprache der einfachen Leute, damit sie im Geist der Zuhörer lebendig werden; auch wenn sich Zahlen und Einzelheiten ändern, bleibt der Kern dessen, was er sagen wollte, unberührt: Die Materie ist nicht anfangslos, anfangslos ewig ist allein Allah.
XIV — Dritter Beweis: die Sonne und al-Qayyūm
Ein Herd Allahs, eine Lampe Allahs, ein Ofen Allahs
„Die Sonne ist ein Herd Allahs, eine Lampe Allahs, ein Ofen Allahs, so gewaltig, dass sie eine Million Erdkugeln in sich aufnehmen könnte.“ Ihr Durchmesser ist hundertneunmal so groß wie der der Erde. Jede Sekunde werden fünfhundertvierundsechzig Millionen Tonnen Wasserstoff zu Helium, und die Sonne verliert jede Sekunde vier Millionen Tonnen ihrer Masse: in der Minute zweihundertvierzig Millionen Tonnen, in der Stunde vierzehn Milliarden vierhundert Millionen Tonnen. Aus ihrer Masse sendet die Sonne dir Energie, Strahlung; durch sie sprießt das Gras, wachsen die Jungen, werden die Früchte süß. „Käme die Sonne nicht, hätte sie kein Licht, wäre es aus mit dir.“
Wer sagt, die Materie sei ohne Anfang, sagt, diese Dinge hätten keinen Anfang. Doch „hätten diese Sonnen keinen Anfang, dann wären sie längst erloschen“. Nach der Wiedergabe des Predigers sagt selbst Einstein, der dieses Rätsel nicht lösen konnte, in seinem Buch „Das Universum“ von der Sonne: „Sie ernährt sich wie ein Parasit irgendwoher.“ Hocaefendis Antwort: „Die Sonne stützt sich auf Allahs Namen al-Qayyūm, von dort nährt sie sich. Sonst wäre sie bis heute längst erloschen.“ Weder die Sonne noch die Erde, weder die Energie noch die Materie ist anfangslos ewig: „Anfangslos ewig, ohne Anfang und ohne Ende ist Allah“. Der Prediger lässt auch eine Rechnung anstellen: Wäre die Sonne so groß wie eine Million Erdkugeln und verlöre sie im Jahr vielleicht einige Erdmassen, dann „wäre die Sonne in einer Million Jahren aufgebraucht“.
📋 Die Zahlen des Predigers
| Größe | Durchmesser 109-mal so groß wie der der Erde; eine Million Erden passen hinein. |
| Brennen | 564 Millionen Tonnen Wasserstoff werden pro Sekunde zu Helium. |
| Massenverlust | 4 Millionen Tonnen pro Sekunde; 240 Millionen pro Minute; 14,4 Milliarden Tonnen pro Stunde. |
| Stütze | Die Sonne stützt sich auf Allahs Namen al-Qayyūm; von dort nährt sie sich. |
🔬 Wissenschaftliche Erläuterung · Dritter Beweis: die Sonne und al-Qayyūm
Im Zentrum der Sonne verschmelzen Wasserstoffkerne zu Helium (Kernfusion). Das entstehende Helium ist um etwa sieben Tausendstel leichter als der Wasserstoff, aus dem es gebildet wurde; die Differenz wird nach Einsteins Beziehung E=mc² in Energie umgewandelt und als Licht abgestrahlt. Das ist der Massenverlust, von dem der Prediger spricht. Die Energiequelle der Sonne wurde 1938-39 durch die Arbeiten von Hans Bethe verstanden.
🔬 1975 → heute · Dritter Beweis: die Sonne und al-Qayyūm
Der Durchmesser der Sonne ist etwa 109-mal so groß wie der der Erde; in ihr Volumen passen etwa 1,3 Millionen Erden. Pro Sekunde werden etwa 600 Millionen Tonnen Wasserstoff zu Helium, und die Sonne verliert pro Sekunde etwa 4,3 Millionen Tonnen Masse. Bei diesem Tempo verliert sie eine Erdmasse in etwa 44 Millionen Jahren. Die Sonne ist etwa 4,6 Milliarden Jahre alt; ihre gesamte Lebensdauer als Wasserstoff verbrennender Stern beträgt etwa 10 Milliarden Jahre. Auch wenn sich die Zahlen ändern, gilt das Urteil des Predigers (die Sonne ist weder ohne Anfang noch ohne Ende) auch nach heutigem Wissen.
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Dritter Beweis: die Sonne und al-Qayyūm
Dass die Sonne „Lampe und Ofen“ ist, ist eine Wendung der Risale-i Nur: „Damit unsere Sonne, die mehr als eine Million Mal größer ist als die Erdkugel, mehr als eine Million Jahre lebt und in einem Gästehaus des Barmherzigen Lampe und Ofen ist, weiterbrennt und nicht erlischt, wären jeden Tag Erdöl so viel wie die Meere der Erde und Kohle so viel wie ihre Berge oder Holzhaufen so groß wie tausend Erden nötig.“ (Sözler (Die Worte), Dreizehntes Wort, Anhang zur Zweiten Stufe). Zum Namen al-Qayyūm: „Gäbe es diesen Stützpunkt nicht, so könnte nichts aus sich selbst bestehen; es würde in eine grenzenlose Leere rollen und ins Nichts stürzen.“ und „Alle Seienden stützen sich in ihrem Dasein, ihrem Bestehen und ihrem Fortdauern auf al-Qayyūm, den Majestätischen; ihr Bestehen ist durch Ihn.“ (Lem'alar (Die Blitze), Dreißigster Blitz, Name al-Qayyūm, Zweiter Strahl).
📖 Quellenhinweis · Dritter Beweis: die Sonne und al-Qayyūm
Ein Buch Einsteins mit dem Titel „Das Universum“ gibt es nicht. Gemeint ist wahrscheinlich Lincoln Barnetts „The Universe and Dr. Einstein“ (1948; türkisch „Evren ve Einstein“). Der Vergleich „wie ein Parasit“ wurde im Archiv nicht gefunden.
XV — Ein Schädel von zweieinhalb Millionen Jahren
Die Sonne wird lebensfreundlich gehalten
Hocaefendi berichtet, dass „in einer der letzten Ausgaben von ‚Bilim ve Teknik‘“ von einem Schädel die Rede war, der einem Menschen gehört haben soll, der vor zweieinhalb Millionen Jahren lebte, und zieht daraus zwei Schlüsse. Erstens: „Selbst die ältesten Affenschädel der Welt reichen nicht über eine, anderthalb Millionen Jahre hinaus“; dass vor dem Affen ein Menschenschädel gefunden wird, ist „ein Beweis dafür, dass Darwins Trugschluss keinen Platz hat“. Zweitens: „Vor zweieinhalb Millionen Jahren war die Sonne in einem Zustand, der Leben auf der Erde erlaubte.“
Da die Sonne jeden Tag so viel verliert, müsste zwischen der Sonne von vor zweieinhalb Millionen Jahren und der heutigen ein großer Unterschied bestehen; eines Tages wird sich die Sonne wie ein Schirm öffnen, dann schrumpfen und ein Zwergstern werden. „Setzt man den Stern Sirius, der zwanzigmal größer ist als die Sonne, an die Stelle der Sonne, sagen sie, schmilzt alles, verdampft und vergeht.“ Ein Lebewesen verbrennt bei hundert Grad Hitze und erfriert bei hundert Grad Kälte: „Also hat es sich nicht einmal um hundert Grad verändert.“ „Beide Sachverhalte zeigen, dass die Sonne nicht ohne Anfang ist. Die Sonne ist nicht ohne Ende.“ Der Prediger gibt den Vers vom Dienstbarmachen dem Sinn nach wieder: Allah hat euch die Erde, die Sonnen und die Sterne dienstbar gemacht, „damit auch ihr Seinem Befehl dienstbar seid“.
📋 Zwei Schlüsse aus dem Schädel
| Erstens | Der Menschenschädel ist älter als die Affenschädel: ein Beweis gegen Darwins Behauptung (Wiedergabe des Predigers). |
| Zweitens | Auch vor zweieinhalb Millionen Jahren war die Sonne lebensfreundlich; Allah ist es, der sie im rechten Maß hält. |
✏️ Hinweis im Licht heutigen Wissens · Ein Schädel von zweieinhalb Millionen Jahren
Hinweis im Licht des damaligen Wissens: Der Prediger stützt sich 1975 auf die Veröffentlichungen seiner Zeit. Der Schädel, den er meint, ist höchstwahrscheinlich KNM-ER 1470, den Richard Leakey 1972 in Kenia fand; seine erste Datierung lag bei etwa 2,6-2,9 Millionen Jahren, spätere Messungen setzten ihn auf etwa 1,9 Millionen Jahre herab. Auch die Angabe, die ältesten Affenschädel reichten nicht über 1-1,5 Millionen Jahre hinaus, gilt heute nicht mehr; Primatenfossilien reichen Dutzende Millionen Jahre zurück. Dieser Teil ist keine Stütze für den Hauptbeweis der Predigt, den Beweis des Ḥudūth; er spiegelt den Wissensstand der Zeit des Predigers wider.
🔬 1975 → heute · Ein Schädel von zweieinhalb Millionen Jahren
Sirius A ist etwa 2-mal so schwer wie die Sonne, sein Radius ist etwa 1,7-mal so groß, und er leuchtet etwa 25-mal so hell; für die Helligkeit ist „zwanzigmal“ ein naher Wert. Die Leuchtkraft der Sonne nimmt in etwa 100 Millionen Jahren um ein Prozent zu.
🧩 Logische Prüfung · Ein Schädel von zweieinhalb Millionen Jahren
Das Urteil, zu dem der Prediger gelangt (die Sonne ist weder ohne Anfang noch ohne Ende), gilt auch nach heutigem Wissen; der Weg dorthin wird heute anders berechnet. In zweieinhalb Millionen Jahren verliert die Sonne nur etwa ein Sechsmillionstel ihrer Masse, und ihre Leuchtkraft nimmt in dieser Zeit nur um ein Viertelpromille zu; die Sonne ist in diesem Zeitraum also nahezu gleich geblieben. Der eigentlich bemerkenswerte Punkt ist, dass die Sonne über Milliarden Jahre hinweg in einem engen, lebensfreundlichen Bereich brennt (siehe die alternativen Beweise in Abschnitt XVI, 3: „schwache junge Sonne“).
📖 Quellenhinweis · Ein Schädel von zweieinhalb Millionen Jahren
Zu den Versen vom Dienstbarmachen siehe Sure Ibrahim 14:32-33 und Sure Al-Dschathiya 45:13. In der Übersetzung von Suat Yıldırım: „Er ist es, der euch die Sonne und den Mond, die ihren gewohnten Lauf nehmen, dienstbar gemacht und euch Nacht und Tag zu eurem Nutzen gegeben hat.“ (Sure Ibrahim 14:33). Die Meldung, auf die sich der Prediger bezieht, stammt aus der Zeitschrift Bilim ve Teknik (TÜBİTAK).
🧭 Beweis und Glaube · Ein Schädel von zweieinhalb Millionen Jahren
Diese Hinweise betreffen nicht das Ergebnis des Redners, sondern das Wissen von 1975, auf dem das Beispiel beruhte. Die Wissenschaft ist offen für Veränderung, ein schwankender Boden; was heute als richtig gilt, kann morgen korrigiert werden. Die Änderung einer wissenschaftlichen Erkenntnis berührt darum nicht das Fundament des Glaubens; gerade weil die Wissenschaft zur Veränderung bereit ist, ist sie nicht die Grundlage des Glaubens, sondern ein Mittel, die Wahrheit zu lesen. Das ist die Antwort auf die Frage „Wenn der Beweis zusammenbricht, bricht dann auch der Glaube zusammen?“: Der Glaube stützt sich nicht auf das Wissen einer Epoche, sondern auf die Wahrheit, auf die dieses Wissen hinweist. Der Redner gebrauchte diese Beispiele in der Sprache der einfachen Leute, damit sie im Geist der Zuhörer lebendig werden; auch wenn sich Zahlen und Einzelheiten ändern, bleibt der Kern dessen, was er sagen wollte, unberührt: Die Materie ist nicht anfangslos, anfangslos ewig ist allein Allah.
XVI — Substanz und Akzidens; Zusammenfassung
Das Akzidens besteht durch die Materie
Der Einwand des Materialisten lautet: „Es gab kein Atom, aber Energie gab es. Die Energie verwandelte sich in Atome. Am Ende wird sich auch das Atom in Energie verwandeln.“ Hocaefendis Antwort: „Vielleicht gibt es wirklich eine solche Verwandlung. Doch sie geschieht durch Allahs Kraft und Stärke“; Lā ḥawla wa lā quwwata illā bi-llāh. „Der das Atom zu Energie, die Energie zum Atom macht, ist Allah.“ Die zweite Lücke: „Die Energie besteht durch die Materie.“ Gäbe es keinen Körper, so wäre nichts da, woran man das Dasein der Wärme spüren könnte. „Die Alten sagten dazu: Energie, Kraft ist Akzidens. Materie ist Substanz. Das Akzidens besteht durch die Materie.“ Also ist es, „den Anfang des Universums als Energie zu denken, wiederum Ausdruck eines Widerspruchs zu wissenschaftlichen Wahrheiten“.
Zusammenfassung: „In dieser Lektion haben wir auf das Geheimnis des Entstehens des Universums geschaut.“ Mag man die Fragen in endloser Kette bis in ferne Vorzeiten zurückführen – solange man sie nicht auf Allah stützt, lässt sich keine Frage vor Logik und Wissenschaft erklären: „Allah sprach zum Atom ‚Sei!‘ oder zum Licht ‚Sei!‘, und das Licht wurde – die Lösung des Rätsels liegt in diesen zwei Sätzen.“ Hocaefendi betet: Wie Allah hinter der Thermodynamik, der Sonnenenergie und der Bewegung der Elektronen „Ich bin da“ sagt, so möge Er auch unserem Selbst gegenüber „Ich bin da“ sagen und unsere Herzen zur Ruhe führen.
📋 Substanz und Akzidens
| Substanz | Die Materie; was aus sich selbst Raum einnimmt. |
| Akzidens | Energie, Kraft, Wärme; was durch die Substanz besteht. |
| Ergebnis | Allein die Energie an den Anfang des Universums zu setzen, widerspricht der Wissenschaft. |
🔬 Wissenschaftliche Erläuterung · Substanz und Akzidens; Zusammenfassung
Einsteins Beziehung E=mc² (1905) zeigt, dass Materie und Energie ineinander umgewandelt werden können: In Teilchenbeschleunigern entstehen aus Energie Teilchen-Antiteilchen-Paare; treffen Materie und Antimaterie aufeinander, werden sie zu Energie. Der Prediger erkennt diese Umwandlung an; sein Einwand richtet sich gegen die Behauptung, sie vollziehe sich von selbst.
🧩 Logische Prüfung · Substanz und Akzidens; Zusammenfassung
Licht durchquert den leeren Raum ohne Materie; das Licht, das von der Sonne ausgeht, erreicht die Erde in etwa acht Minuten, ohne unterwegs einen Körper zu berühren. Der Satz des Predigers betrifft das Spüren: Dass Wärme gespürt wird, hängt davon ab, dass sie einen Körper erreicht. Dem Urteil der Kalām-Lehre, das Akzidens könne nicht ohne Substanz bestehen, kommt heute folgende Aussage näher: Energie ist nichts, was für sich allein besteht, sondern eine Eigenschaft von Feldern und Teilchen (siehe unten die alternativen Beweise, 4).
🧭 Alternative Beweise (aus heutiger Wissenschaft) · Substanz und Akzidens; Zusammenfassung
Unter Wahrung des Aufbaus der Beweise des Predigers, mit Beobachtungen, die in der heutigen Wissenschaft als gesichert gelten:
1. Das Universum hat einen Anfang. Das Universum dehnt sich aus (Hubble-Lemaître, 1929); geht man zurück, sammelt sich alles in einem Anfang. Die Spur dieses Anfangs wird noch heute gemessen: die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung mit einer Temperatur von etwa 2,7 K, die aus allen Richtungen des Himmels kommt. Das Borde-Guth-Vilenkin-Theorem (2003) zeigt, dass jedes im Mittel expandierende Modell des Universums in der Vergangenheit eine Grenze haben muss. Das Universum verlangsamt auch seine Sternentstehung: Die intensivste Phase lag vor etwa 10 Milliarden Jahren. Das Universum geht tatsächlich „dem Erlöschen entgegen“, und das wird direkt beobachtet.
2. Die radioaktive Sanduhr. Uran-235 zerfällt mit konstanter Rate (Halbwertszeit etwa 700 Millionen Jahre). Wäre die Materie ohne Anfang, gäbe es auf der Erde kein einziges Uran-235-Atom mehr; es gibt sie aber noch. Also hat die Materie einen Anfang, und dieser Anfang ist messbar (die Erde ist etwa 4,5 Milliarden Jahre alt). Das ist heute das deutlichste Beispiel für das Urteil des Predigers, das mit „Wäre die Materie ohne Anfang“ beginnt.
3. Der noch nicht erschöpfte Brennstoff: Wasserstoff. Etwa drei Viertel der gewöhnlichen Materie im Universum sind noch immer Wasserstoff; die Sterne wandeln ihn unaufhörlich in Helium um. Wäre das Universum ohne Anfang, wäre dieser Brennstoff längst aufgebraucht. Auch die Sonne ist etwa 4,6 Milliarden Jahre alt, und ihre Lebensdauer beträgt etwa 10 Milliarden Jahre: weder ohne Anfang noch ohne Ende. Vor 4 Milliarden Jahren war die Sonne etwa 30 % schwächer als heute; dennoch blieb die Erde lebensfreundlich (das Problem der „schwachen jungen Sonne“).
4. Das „Nichts“ und die Gesetze. In der heutigen Physik ist Energie nichts, was für sich allein besteht, sondern eine Eigenschaft von Feldern (nahe am Wort des Predigers „Das Akzidens besteht durch die Materie“). Das „Nichts“, das jene meinen, die sagen „Das Universum ist von selbst aus dem Nichts entstanden“, ist in der Physik das Quantenvakuum mit seinen Gesetzen und Feldern; es ist also kein Nichts. Die eigentliche Frage ist, woher diese Gesetze selbst kommen.
5. Notwendig und kontingent. Die Beispiele vom Buch, vom Prediger und vom Zug gelten auch heute; sie beruhen nicht auf einem wissenschaftlichen Befund, sondern auf einer Beweisführung der Vernunft. Die Unterscheidung von Notwendigem und Kontingentem in der Kalām-Lehre (Ibn Sina, Ghazali) und Leibniz' Frage „Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?“ führen zum selben Punkt: Die Kette dessen, was sein Dasein einem anderen verdankt, endet bei einem Seienden, das sein Dasein aus sich selbst hat.
6. Das rechte Maß (Feinabstimmung). Werte wie die Gravitation, die Kernkräfte und die kosmologische Konstante liegen in einem sehr engen Bereich; wären sie ein wenig anders, gäbe es keine Sterne, keinen Kohlenstoff und kein Leben. Dies wird nicht als zwingender Beweis, sondern als ein Hinweis zum Nachdenken vorgelegt; auch in der Wissenschaft wird darüber diskutiert.
📖 Quellenhinweis · Substanz und Akzidens; Zusammenfassung
Lā ḥawla wa lā quwwata illā bi-llāh (keine Kraft und keine Stärke außer durch Allah): Buchari, Muslim; im Hadith wird es „ein Schatz aus den Schätzen des Paradieses“ genannt.
XVII — „Wer hat Allah erschaffen?“
Suchen Sie Zuflucht bei Allah, sprechen Sie Lā ḥawla
„Es gibt noch einen weiteren Trugschluss.“ Der Gesandte Allahs kündigt diese Wahrheit an: Eines Tages wird sich einer hinlümmeln oder ein Bein über das andere schlagen und sagen: „Dies hat Allah erschaffen, das hat Allah erschaffen, jenes hat Allah erschaffen – wer hat Allah erschaffen?, werden sie sagen.“ Nach Hocaefendi ist das die Ankündigung eines künftigen Ereignisses: die Ankündigung einer Zeit, in der die Gottlosigkeit herrschen, der Atheismus regieren, der Satan seine Herrschaft errichten und manche Satane in Menschengestalt dieser Herrschaft folgen werden.
Das Rezept unseres Propheten: Gerät man in diesen Zustand, so spreche man Lā ḥawla wa lā quwwata illā bi-llāh und suche Zuflucht bei Allah. „Alle Kraft und Stärke im Universum besteht durch Allah. Was Sie Energie nennen, besteht durch Allah.“ Den Gebrauch dieses Satzes in seiner eigenen Zeit kennzeichnet der Prediger so: „Der Satz ‚Wer hat Allah – Allah bewahre! – erschaffen?‘ ist ein Satz, den die Kommunisten erfunden haben.“ Weil sie angesichts Tausender Beweise das Dasein Allahs nicht leugnen können, flüchten sie sich in diesen Einwand.
🧩 Logische Prüfung · „Wer hat Allah erschaffen?“
Die Frage wendet den Grundsatz, dass alles Erschaffene einen Schöpfer hat, auf das Unerschaffene an. Der Grundsatz, auf dem der Beweis beruht, ist aber der Satz des Kalām-Gelehrten „Für jedes Entstandene gibt es einen Urheber“ (Abschnitt XI): Nicht alles, sondern das, was später entstanden ist, hat einen, der es hervorbringt. Nach dem Anfang dessen zu fragen, was keinen Anfang hat, heißt, dass die Frage sich selbst widerspricht. Die folgenden Beispiele des Predigers zeigen diesen Punkt.
📖 Quellenhinweis · „Wer hat Allah erschaffen?“
Hadith: die Empfehlung an jene, die fragen „Wer hat Allah erschaffen?“, Zuflucht bei Allah zu suchen und Lā ḥawla zu sprechen (Buchari, Muslim). Die Schilderung des Predigers, einer werde „ein Bein über das andere schlagen“, erinnert an einen anderen Hadith (den Arīka-Hadith über die Zurückweisung der Sunna); möglicherweise sind zwei Überlieferungen verschmolzen. Die Kennzeichnung „ein Satz, den die Kommunisten erfunden haben“ ist die eigene Deutung des Predigers; im Hadith wird die Frage selbst angekündigt.
XVIII — Buch, Prediger, Füße und Zug
Die Kontingenz endet, die Notwendigkeit beginnt
Das Beispiel vom Buch: Sähen Sie ein Buch auf dem Katheder und kurz darauf an einem anderen Ort, so sagten Sie: „Es gibt jemanden, der dieses Buch von dort genommen und hierhin gelegt hat“; denn das Buch kann seinen Ort nicht von selbst wechseln, und ihm das zuzuschreiben, „hieße, ihm Willen, Macht und Wissen zuzudenken“. Das Beispiel vom Prediger: Sähen Sie Hocaefendi erst am Katheder und dann vor der Kanzel, fänden Sie das nicht seltsam: „Sie sagen: Er hatte einen Willen. Er bewegte sich aus sich selbst, er war einer, der sich bewegt.“ Das Beispiel von den Füßen: Der Kopf bewegt sich auf dem Körper, der Körper auf den Füßen; fragt man, was die Füße bewegt, sagen Sie: „Die Füße bewegen sich von selbst.“ Das Beispiel vom Zug: Den hintersten Waggon zieht der vorige, diesen wieder der vorige; „eine Million Waggons können Sie daraus machen“. Ruhe entsteht im Herzen erst, wenn man die Sache „auf einen stützt, der sich aus sich selbst bewegt“.
„Wir erklären, dass die Dinge nicht aus sich selbst bestehen können.“ „Wir sagten: Hinter all dem steht einer, der nicht ist wie sie. Also einer, der sich nicht verwandelt wie das Atom, der nicht erlischt wie die Sonne.“ „So ist es, bis man es auf einen stützt, der sich selbst fortbewegt; doch kommt man zu dem, der sich aus sich selbst bewegt, dann ist dort alles zu Ende.“ Allah in die Reihe der Geschöpfe zu stellen, heißt, Ihn nicht zu kennen: „Denkst du, auch Er sei von jemandem erschaffen, dann ist der, der Ihn erschuf, Allah, erhaben ist Er.“ „Wo endet die Kette der Schöpfung? Dort endet die Kontingenz, beginnt die Notwendigkeit, wirst du sagen.“ Die letzten Worte der Predigt: „Es gibt also ein Wesen, das anfangslos ewig ist. Es gibt also ein Wesen, das ohne Anfang ist. Alles außer Ihm ist entstanden und wird später auch vergehen.“
📋 Vier Beispiele
| Buch | Es kann seinen Ort nicht von selbst wechseln; es gibt jemanden, der es trägt. |
| Prediger | Er bewegt sich mit seinem Willen selbst; man sucht keinen anderen Träger. |
| Füße | Der Kopf stützt sich auf den Körper, der Körper auf die Füße; die Kette hält irgendwo an. |
| Zug | Auch bei einer Million Waggons endet die Kette, wenn sie bei dem ankommt, der sich selbst zieht. |
🧩 Logische Prüfung · Buch, Prediger, Füße und Zug
Die gemeinsame Logik der Beispiele ist diese: Die Kette dessen, was seine Bewegung von einem anderen hat, ist – wie weit man sie auch verlängert – nicht erklärt, solange sie sich nicht auf etwas stützt, das seine Bewegung aus sich selbst hat (die Waggons des Zuges). Das Buch steht für das, was auf anderes angewiesen ist, der Prediger für den, der sich aus eigenem Willen bewegt. Auch der Prediger in den Beispielen ist ein erschaffenes Wesen; das Beispiel zeigt nur die Form der Beweisführung. In der Sprache des Kalām: Die Kette dessen, was sein Dasein einem anderen verdankt (des Kontingenten), endet bei einem Seienden, das sein Dasein aus sich selbst hat (dem Notwendigen). Das Wort des Predigers „Dort endet die Kontingenz, beginnt die Notwendigkeit“ fasst diese Unterscheidung zusammen.
📖 Entsprechung in der Risale-i Nur · Buch, Prediger, Füße und Zug
Als Wort der Kalām-Gelehrten: „Denn die kontingenten Dinge können einander nicht hervorbringen und so eine endlose Kette bilden. Sie können auch nicht im Kreis bestehen, indem dieses jenes und jenes dieses hervorbringt. Also gibt es einen Notwendig Seienden, der sie hervorbringt“ (Sözler (Die Worte), Dreiunddreißigstes Wort, Dreißigstes Fenster). Im Âyetü'l-Kübrâ: „Gewiss ist das Dasein eines solchen Notwendig Seienden erforderlich, dessen Ebenbild unmöglich und dessen Gleiches undenkbar ist und außer dem alles kontingent und alles andere Sein Geschöpf ist.“ (Şuâlar (Die Strahlen), Siebter Strahl). Das Wort des Predigers „Dort endet die Kontingenz, beginnt die Notwendigkeit“ ist die kurze Fassung dieses Urteils.
🤲 Das Bittgebet am Ende der Predigt (nicht im Video)
Nach der Zusammenfassung der Lektion schließt Hocaefendi mit diesem Bittgebet: „Möge Allah die Anfangslosigkeit jenes anfangslosen Wesens in die Herzen unserer Generation legen, die in die Irre geführt und in den Unglauben gestoßen wurde. Möge Er denen, die sie hier und dort irreführen, Billigkeit schenken. Die Gottlosen und Leugner, die das Anrecht auf Billigkeit verwirkt haben, möge Allah in nächster Zeit bezwingen und zunichtemachen.“
Das Gebet endet mit der Rezitation der Al-Fatiha.
XIX — Wie das Video entstand
Originalton, Bilder per Code
Der Ton ist die Originalaufnahme der Predigt vom 21. Februar 1975 (Çınar Medya); er wurde nicht verändert. Die Eröffnungsgebete am Anfang der Aufnahme (einschließlich An-Nur 24:35) und das Bittgebet am Schluss wurden nicht in das Video übernommen; sie stehen in diesem Text in aufklappbaren Kästen. In den Untertiteln der arabischen Rezitationen sind Sure und Versnummer in Klammern angegeben.
Die Bilder, die synchron zur Rede ablaufen, wurden mit künstlicher Intelligenz (Anthropic Claude) per Code erstellt. Die „Hinweis“-Kästen im Video sind nicht die Worte des Predigers; sie sind Quellen- und Aktualisierungshinweise. Auch die aufklappbaren Kästen in diesem Text (wissenschaftliche Erläuterung, 1975 → heute, Berichtigung, logische Prüfung, alternative Beweise, Entsprechung in der Risale-i Nur, Quellenhinweis) sind nicht die Worte des Predigers.
📋 Im Video
| Ton | Originalaufnahme vom 21. Februar 1975; keine KI-Vertonung. |
| Bilder | Mit künstlicher Intelligenz per Code erstellte bewegte Folien. |
| Hinweiskästen | Quellen- und Aktualisierungshinweise; nicht die Worte des Predigers. |
| Untertitel | Türkisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Russisch, Hindi. |
Begriffe
📖 Begriffe aus der Predigt
Ḥudūth: Später ins Dasein treten; das Entstehen.
Ḥādith / Muḥdith: Das, was später entstanden ist / der Urheber, der es hervorbringt.
Qidam: Keinen Anfang haben; anfangslose Ewigkeit.
Al-Awwal (der Erste): Der Name Allahs, der besagt, dass Er vor allem ist und Ihm nichts vorausgeht.
Azal (Anfangslosigkeit): Was keinen Anfang hat; in den Worten des Predigers unendliche Zeit, Zeitlosigkeit.
Al-Qayyūm: Der alles in jedem Augenblick im Dasein erhält und aufrecht hält.
Substanz / Akzidens: Was aus sich selbst Raum einnimmt (die Materie) / was durch sie besteht (Farbe, Wärme, Kraft).
Tasalsul (endlose Kette): Das endlose Aneinanderreihen der Ursachen.
Kontingenz / Notwendigkeit: Sein Dasein einem anderen verdanken / sein Dasein aus sich selbst haben.
Āfāq / Anfus: Die äußere Welt (das Universum) / die innere Welt (der Mensch selbst).
Quellen
📖 Quellen der Predigt
Tonaufnahme: Çınar Medya (YouTube)
Verse: An-Nur 24:35 · Al-A'raf 7:146 · Al-Baqara 2:258 · Az-Zumar 39:3 · Al Imran 3:190-191 · Yusuf 12:105 · Al-Hidschr 15:12-13 · Al-Mutaffifin 83:14 · Adh-Dhariyat 51:20-23 · Al-Ankabut 29:51 · An-Nisa 4:165 · Muhammad 47:24 · Ibrahim 14:32-33 (Übersetzungen: Suat Yıldırım)
Hadithe: „Wer hat Allah erschaffen?“ (Buchari, Muslim) · „Allah war, und nichts außer Ihm war“ (Buchari) · Lā ḥawla wa lā quwwata illā bi-llāh (Buchari, Muslim)
Risale-i Nur: Sözler (Die Worte: Anhang zum Dreizehnten Wort, Neunzehntes, Fünfundzwanzigstes, Sechsundzwanzigstes und Dreiunddreißigstes Wort) · Lem'alar (Die Blitze: Zweiter, Siebzehnter und Dreißigster Blitz) · Mektubat (Die Briefe: Neunzehnter und Zwanzigster Brief) · Şuâlar (Die Strahlen: Siebter Strahl, Âyetü'l-Kübrâ)
Wissenschaftliche Bezüge: E. Hubble (1929) · A. Eddington, The Nature of the Physical World (1928) · J. Jeans, The Mysterious Universe (1930) · L. Barnett, The Universe and Dr. Einstein (1948; türkisch „Evren ve Einstein“) · R. Leakey, KNM-ER 1470 (1972) · Zeitschrift Bilim ve Teknik